Iggy Pop wird 70
Der Pate des Punkrock

Münster -

Den Paten des Punkrock nennen sie ihn. Weil er immer unangepasst gewesen ist, sich aufgelehnt und mit seiner Meinung nie hinterm Berg gehalten hat: James Newell Osterberg, eher bekannter als Iggy Pop.

Donnerstag, 20.04.2017, 18:04 Uhr

Iggy Pop steht für Punkrock. Aber in seiner langen Karriere hat er es auch mit Jazz und Pop versucht.
Iggy Pop steht für Punkrock. Aber in seiner langen Karriere hat er es auch mit Jazz und Pop versucht. Foto: imago/Bernd Müller

Und weil die Musik, die er Ende der 60er spielte und sang, genau seiner Einstellung entsprach: Ruppig, rau und roh waren die Songs seiner Band The Stooges. Ein krasser Gegenentwurf zur anheimelnden Lagerfeuerromantik der hippieesken Woodstock-Musik.

Als Frontmann der Band verausgabte sich Iggy Pop so kompromisslos wie kein Zweiter. Selbst Mick Jagger wirkt gegen den selbstzerstörerischen amerikanischen Kollegen wie ein Waisenknabe. Einen Eindruck davon, wie die Stooges die Musikgeschichte geprägt haben, gibt der Film von Jim Jarmusch „Gimme Danger“, der jüngst in ausgewählten Kinos angelaufen ist.

Aber Pop ist nicht nur Punk, sondern tatsächlich auch Pop. Im Laufe der Jahrzehnte ist der Musiker nicht weniger facettenreich gewesen als sein Freund David Bowie , der nicht nur das dritte Stooges-Album abgemischt und später auch die wichtigsten Werke mitgeschrieben und -produziert hat, sondern ihm auch als Freund zur Seite stand, als die Karriere aufgrund seines exzessiven Lebensstils zu enden drohte. In dieser Zeit, Ende der 70er Jahre, entstehen mit „The Idiot“, „Lust for Life“ und „New Values“ drei seiner besten Alben.

Aber The Ig, wie er in Anlehnung an seine Highschool-Band The Iguanas (Die Leguane) genannt wird, reüssiert auch mit Jazz und Chanson in „Préliminaires“, singt für den japanischen Pianisten Ryuichi Sakamoto und steuert mit Goran Bregović die Musik für Emir Kusturicas Film „Arizona Dream“ bei. Seine Texte changieren von anfänglich herausgeschrienen Slogans zur beinahe ausgeklügelter Prosa. David Bowie hat sich sogar einen Roman von seinem Freund gewünscht.

Zum Thema

Mehr verrät die Radiosendung „Iggy Pop 70 – Zwischen Proto-Punk und Post-Chanson“ auf WDR 3, am Samstag um 22.05 Uhr.

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Am 21. April wird Iggy Pop 70 Jahre alt. Mittlerweile denkt er zwar über sein Karriereende nach. Aber wer weiß, vielleicht kommt er dem Wunsch seines im vergangenen Jahr verstorbenen Popkollegen noch nach. Ruhelos passt einfach nicht zu diesem Bühnen-Derwisch.

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