Softer Pop
Schöne Träume mit Nightlands

Indie-Pop von der softesten Sorte und für späte Stunden: Die schönen Melodien von Nightlands sind allerdings nichts für lange Autofahrten.

Dienstag, 23.05.2017, 06:05 Uhr

Softer Pop : Schöne Träume mit Nightlands
Foto: dpa

Berlin (dpa) - Der melodiesatte Softrock der 70er Jahre feiert gerade ein Comeback. Der Sound, den Josh Tillman alias Father John Misty kürzlich mit seinem Agitpop-Album «Pure Comedy» im Cinemascope-Format präsentierte, hört sich bei Dave Hartleys Projekt Nightlands freilich einige Nummern kleiner an.

Während Father John Misty mit seiner fast schon überambitionierten Platte in diesem Frühjahr die meisten Musikgazetten begeistert, hält sich die Resonanz auf das dritte Nightlands-Album «I Can Feel The Night Around Me» (Western Vinyl/Cargo) in Grenzen. Dabei wirft auch Hartleys Nebenbeschäftigung - er ist hauptsächlich Bassist von The War On Drugs - einige prächtige Pop-Harmonien ab, so im Opener «Lost Moon», «You're Silver» oder dem besonders fluffigen «Moonbathing».

Hartley legt seinen Bedroom-Pop insgesamt reduzierter an als Tillman, statt üppiger Streicher, viel Klavier und Bombast-Drums hört man in seinen neun Songs Vintage-Keyboards, Drumcomputer und seine oft gedoppelte Tenorstimme. Die Chor-Arrangements sind anspruchsvoll, aber auch hörbar selbstgebastelt.

Irgendwo zwischen George «My Sweet Lord» Harrison und 10cc («I'm Not In Love») ist diese süßliche Musik angesiedelt, die man am besten zu später Stunde und möglichst nicht auf langen Autofahrten hört. Denn nach 40 Minuten auf Nightlands-Satin setzt definitiv Bettschwere ein, schöne Träume sind aber immerhin garantiert.

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