Retro-Sound
Dan Auerbach: Zwischendurch mal wieder solo

Eines kann man Dan Auerbach nicht nachsagen: Dass er sich andauernd wiederholt. Ob mit The Black Keys, dem Zweitprojekt The Arcs oder jetzt solo - er probiert gern Neues aus. Irgendwie schön retro klingt es trotzdem fast immer.

Mittwoch, 07.06.2017, 06:06 Uhr

Auf seinem zweiten Soloalbum hat Dan Auerbach etwas Neues ausprobiert.
Auf seinem zweiten Soloalbum hat Dan Auerbach etwas Neues ausprobiert. Foto: dpa

Berlin (dpa) - Er dürfte einer der unspektakulärsten Superstars der US-Rockmusik sein: Dan Auerbach - Gitarrist, Sänger, Songschreiber und einer der angesagtesten Produzenten im Business. Jetzt taucht er wieder mal als Solokünstler auf.

Mit «Waiting On A Song» (Warner) liefert der 38-Jährige nach «Keep It Hid» (2009) das zweite Werk unter eigenem Namen ab, und es klingt anders als das damalige Low-Fi-Album, das Indierock und schwarze Musik recht rau vermengte. Diesmal sind die Lieder sehr aufgekratzt und poliert, sie spannen eine weiten Bogen von Fifties- oder Sixties-Pop im Titelsong und im Closer «Show Me», über Cinemascope-Balladen («King Of A One Horse Town») bis zur schon eher gewohnten Soul-Blues-Melange («Cherrybomb», «Stand By My Girl»).

Mit rund 32 Minuten ist die Platte von geradezu klassisch kurzem Format. «Solide und charmant« dürfte die angemessene Beschreibung für diese Retro-Lieder sein, die wie eine Zwischendurch-Fingerübung des Mannes aus Nahville klingen. Denn eigentlich ist Auerbach ja mit dem mega-erfolgreichen Duo The Black Keys seit Jahren ein großer Grammy-dekorierter Name im US-Rockbusiness, seine zweite Band The Arcs konnte mit «Yours, Dreamily» eine der besten Platten des Jahres 2015 vorweisen. Und er hat erstklassige Produzenten-Jobs für Dr. John, Lana Del Ray, The Pretenders und Ray LaMontagne gemacht.

Was Prominenz eben so bewirkt: «Waiting On A Song» besticht durch einige bekannte Gäste, etwa den Bluegrass-Musiker Jerry Douglas, die Gitarristen-Ikone Duane Eddy - und den einstigen Boss der Dire Straits. Auerbach konnte beim Abmischen von «Shine On Me» Mark Knopfler «in meinem Kopf hören. Ich habe ihn noch nie getroffen, entschied mich aber, ihn trotzdem anzurufen, um zu sehen, ob er einen Gitarrenpart hinzufügen würde.» Er habe Knopfler nur gesagt, «dass er tun sollte, was immer er fühlte. Zwei Tage später schickte er es zurück, und es war perfekt!»

Die Studioarbeit mit hocherfahrenen Musikern sei für ihn  «lebensverändernd» gewesen, sagt Auerbach im Interview der Zeitung «Die Welt». Sein Tontechniker David Ferguson habe ihm «Leute vorgestellt, mit denen er schon seit den 70ern zusammenarbeitet. Er hat die Tür für mich geöffnet.» Und er fügt hinzu: «Bei jedem Song, den wir zusammen schrieben, haben wir gestritten. Teilweise hat es sich angefühlt wie ein Krieg. Aber das brauche ich, damit etwas Gutes dabei herauskommt.»

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