Festival Sommer
Fans machen Wacken Open Air zu Schlamm-Olympia

Wacken -

Nach kurzen, kräftigen Regenschauern sieht es vor den Bühnen beim Wacken Open Air teils apokalyptisch aus. Darauf, dass der Schlamm an manchen Stellen knöcheltief ist, reagieren viele Festival-Besucher kreativ: mit einer Art Schlamm-Olympia.

Freitag, 04.08.2017, 17:08 Uhr

Wasteland Warriors in Wacken.
Wasteland Warriors in Wacken. Foto: Christophe Gateau

Als der Sänger Chris Boltendahl von der Band Grave Digger (zu deutsch: Totengräber) seine Hand zum Heavy-Metal-Gruß in die Luft reckt, scheint vor ihm gerade die Apokalypse einzutreten. Bis zu den Knöcheln waten schlammverkrustete Gestalten vor der «Harder»-Bühne in einem morastigen Gemisch aus Regenwasser, Erde, Bier und Urin.

Das ist das Bodengemisch am zweiten Tag des Festivals, das als eines der größten Metal-Events der Welt gilt.

Anreise zum Wacken Open Air 2017

1/25
  • Die Wacken Firefighters, der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Wacken, spielen auf der Beergarden Bühne.

    Foto: Christophe Gateau
  • Das Wacken Open Air findet vom 03. bis 05.08.2017 statt.

    Foto: Christophe Gateau
  • Die Wacken Firefighters.

    Foto: Christophe Gateau
  • Während des Konzerts der Wacken Firefighters wird ein Fan beim Crowd-Surfing auf Händen getragen.

    Foto: Christophe Gateau
  • Die „Pommesgabel“, das Zeichen der Heavy-Metal-Fans.

    Foto: Christophe Gateau
  • Die Wacken Firefighters.

    Foto: Christophe Gateau
  • Festivalbesucher kämpfen einen mit Tannenzapfen gefüllten Stoffsack.

    Foto: Christophe Gateau
  • Festivalbesucher tanzen vor der Beergarden Bühne während die Blechblosn aus Bayern spielen.

    Foto: Christophe Gateau
  • Die Beergarden Bühne.

    Foto: Christophe Gateau
  • Lars (l.) und Heiko hauen sich auf dem Festivalgelände des Wacken Open Air mit Strohsäcken, während sie auf einem Balken sitzen. Das Spiel ist aus dem Mittelalter bekannt als "Tjost".

    Foto: Christophe Gateau
  • Maik, Robin, Lucas, Marvin und Dustin aus Emmerich am Niederrhein hängen auf dem Festivalgelände des Wacken Open Air an einem Holzgerüst.

    Foto: Christophe Gateau
  • Henri (l.) und Chris von den Wasteland Warriors schauen in Wacken auf dem Festivalgelände des Wacken Open Air in die Kamera.

    Foto: Christophe Gateau
  • Cornelius aus Karlsruhe schwingt einen schweren Hammer beim "Hau den Lukas"-Spiel.

    Foto: Christophe Gateau
  • Vor der Wackinger Stage.

    Foto: Christophe Gateau
  • Winfried Breunig sägt am mit einer Kettensäge eine Büste aus einem Holzstück.

    Foto: Christophe Gateau
  • Maya, Tim, Linus, Alex, Mauritz und Vincent (v.l.n.r.) auf dem Festivalgelände.

    Foto: Christophe Gateau
  • Festivalbesucher tanzen, Arm in Arm vor der Wackinger Stage.

    Foto: Christophe Gateau
  • Robin, Arnold und Martin aus Ulm sind in Itzehoe mit dem "Metal-Train" zum Wacken Open Air Festival angekommen.

    Foto: Christophe Gateau
  • Rund 500 Festivalbesucher sind mit dem Metal-Train, einem Sonderzug zum Wacken Open Air, in Itzehoe angekommen.

    Foto: Christophe Gateau
  • Zwei Festivalbesucher des Wacken Open Air laufen in Wacken mit einem mit Bierdosen beladenen Bollerwagen der Straße.

    Foto: Christophe Gateau
  • Scheinwerfer beleuchten in Wacken das Festivallogo des Wacken Open Air, das in ein Meter hohen Metallbuchstaben am Ortseingang auf einer Wiese steht.

    Foto: Christophe Gateau
  • Joseph, Eric, Sebastian und Lena aus Warburg freuen sich auf das Metalfestival Wacken Open Air.

    Foto: Christophe Gateau
  • Hans, Andrea und Thomas (l-r) in Wacken: Andrea und Thomas haben vor einer Woche geheiratet und verbringen ihren Flitterwochen auf dem Festival.

    Foto: Christophe Gateau
  • (l.-r.) Rene, Carsten, Merle (unten), Jan (unten), Martin und Marc aus Niedersachsen.

    Foto: Christophe Gateau
  • Die Sonne geht in Wacken hinter dem Campingplatz des Metalfestivals Wacken Open Air unter.

    Foto: Christophe Gateau

Es ist das ganz gewöhnliche Wacken-Erlebnis. Sieht man von ein paar staubtrockenen Ausnahmen in den vergangenen Jahren ab, so wurde das Festival - typisch nordisch - in den vergangenen Jahren meist vom sprichwörtlichen Schietwetter begleitet. Das ist aber nur von außen betrachtet ein Problem.

Von innen, also aus Sicht der rund 75 000 Heavy-, Doom-, Black- oder Death-Metaller auf den Campingplätzen, wirkt der Regen am Freitag fast wie ein Geschenk des Himmels. Auf den Campingplätzen rund um das Veranstaltungsgelände lässt sich anhand erfindungsreicher Schlamm-Sportarten beobachten, dass die Metal-Fans sich von etwas Regen und sehr viel Schlamm die Stimmung nicht verderben lassen. Nimmt man alle Ideen zusammen, so ergibt das eine Art Schlamm-Olympia.

Wacken Open Air Festival 2017

1/49
  • Besucher im Matsch.

    Foto: Christophe Gateau
  • Zwei Besucher ziehen einen Schlitten mit Bierdosen.

    Foto: Christophe Gateau
  • Die Hells Belles tanzen am Abend des 02.08.2017 zu einer Feuershow an einer Poledance Stange.

    Foto: Christophe Gateau
  • Eine Feuershow wird am Abend des 02.08.2017 aufgeführt.

    Foto: Christophe Gateau
  • Darsteller Daniel streckt am Abend des 02.08.2017 seine Zunge in die Flammen einer Fackel.

    Foto: Christophe Gateau
  • Chris (l) und Horse aus Bremen sitzen am 03.08.2017 vor ihrem dekorierten Campingwagen unter einem Sonnenschirm.

    Foto: Christophe Gateau
  • Eine Kugel schwarzen Eises in der Geschmacksrichtung «Wacken».

    Foto: Christophe Gateau
  • Eine aus Holz geschnitzte Figur, des Zeichens der Heavy-Metal-Fans, der „Pommesgabel“, mit der Aufschrift WOA.

    Foto: Christophe Gateau
  • Erik (l-r), Felix und Jona sitzen am 03.08.2017 an einem Tisch, trinken Bier und machen das Zeichen der Heavy-Metal-Fans, die „Pommesgabel“.

    Foto: Christophe Gateau
  • Benedikt springt auf eine aufblasbare Mattratze, die im Schlamm liegt.

    Foto: Christophe Gateau
  • Sören (l) und Robert aus Hamburg angeln nach einem Regenschauer mit einer Bierdose im Schlamm.

    Foto: Christophe Gateau
  • Festivalbesucher laufen mit Regenponchos über das Festivalgelände.

    Foto: Christophe Gateau
  • Aurora (l) und Deyna haben einen aufblasbaren Wal mitgebracht, der im Schlamm schwimmt.

    Foto: Christophe Gateau
  • Ein Festivalbesucher mit einer Maske läuft über das Festivalgelände des Wacken Open Airs.

    Foto: Daniel Reinhardt
  • Der mit Schlamm überzogene Dominic zeigt den Metal-Gruß „Pommesgabel“.

    Foto: Daniel Reinhardt
  • Tobi taucht auf dem Campingplatz des Wacken Open Airs kopfüber in einen Wassergraben ein.

    Foto: Daniel Reinhardt
  • Horst Ingwersen steht mit seinem Leierkasten auf der Straße. Seit 5 Jahren besucht er das Wacken Open Air. Seine Leidenschaft für das fahrende Musikgerät ist aber schon älter. Wenn Ingwersen mit seinem Leierkasten durch die mit Metalfans gespickten Straßen Wackens fährt, begrüßen ihn viele Festivalbesucher per Handschlag.

    Foto: Oliver Beckhoff
  • Jimmy Müller schaut in die Kamera und macht das Zeichen der Heavy-Metal-Fans, die „Pommesgabel“. Er ist mit drei Freunden von der schwäbischen Alb zu Fuß nach Wacken gelaufen. Müller legte die 666 Kilometer zurück, um den Auftritt seines Sohnes beim «Wacken Open Air» zu verfolgen.

    Foto: Christophe Gateau
  • Jimmy Müller schaut in die Kamera.

    Foto: Christophe Gateau
  • Die deutsche Rocksängerin Doro Pesch steht in Wacken, im Artist Village des Wacken Open Air, neben einer Statue der Rocklegende Lemmy Kilmister.

    Foto: Christophe Gateau
  • Die deutsche Rocksängerin Doro Pesch schaut im Artist Village des Wacken Open Air, in die Kamera und macht das Zeichen der Heavy-Metal-Fans, die „Pommesgabel“.

    Foto: Christophe Gateau
  • Die deutsche Rocksängerin Doro Pesch schaut in die Kamera und macht das Zeichen der Heavy-Metal-Fans, die "Pommesgabel".

    Foto: Christophe Gateau
  • Die deutsche Rocksängerin Doro Pesch schaut in Wacken.

    Foto: Christophe Gateau
  • Die deutsche Rocksängerin Doro Pesch neben einer Statue eines Bullen.

    Foto: Christophe Gateau
  • Flammen lodern auf dem Festivalgelände des Wacken Open Air aus dem "Wacken-Schädel" zwischen der Faster und der Harder Bühne.

    Foto: Christophe Gateau
  • Die Metalband Accept spielt auf dem Festivalgelände des Wacken Open Air auf der Faster-Bühne.

    Foto: Christophe Gateau
  • Der Bassist Peter Baltes (l) und der Gitarrist Wolf Hoffmann der Heavy-Metal-Band Accept stehen auf der Faster-Bühne.

    Foto: Christophe Gateau
  • Die dänische Heavy-Metal Band «Volbeat» spielt auf der Harder Stage.

    Foto: Christophe Gateau
  • Eine Darstellerin der Feuershow «Pyrohex» spuckt Feuer.

    Foto: Christophe Gateau
  • Eine Darstellerin der Feuershow «Pyrohex» lässt mit einem Trennschleifer Funken sprühen.

    Foto: Christophe Gateau
  • Der Gitarrist der dänischen Heavy-Metal Band «Volbeat», Rob Caggiano, spielt auf der Harder Stage.

    Foto: Christophe Gateau
  • Der Sänger und Gitarrist der dänischen Heavy-Metal Band «Volbeat», Michael Poulsen, singt auf der Harder Stage.

    Foto: Christophe Gateau
  • Jessy geht mit einem weißen Kleid über den Campingplatz des Wacken Open Airs.

    Foto: Daniel Reinhardt
  • Jan versucht trockenen Fußes über den Campingplatz des Wacken Open Airs zu gelangen.

    Foto: Daniel Reinhardt
  • Festivalbesucher feiern auf dem Campingplatz des Wacken Open Airs.

    Foto: Daniel Reinhardt
  • Dominic springt in eine tiefe Schlammpfütze.

    Foto: Daniel Reinhardt
  • Der mit Schlamm überzogene Dominic zeigt den Metal-Gruß "Pommesgabel".

    Foto: Daniel Reinhardt
  • Jessy geht mit einem weißen Kleid über den Campingplatz des Wacken Open Air.

    Foto: Daniel Reinhardt
  • Festivalbesucher waten durch tiefen Schlamm.

    Foto: Daniel Reinhardt
  • Joris von den Wasteland Warriors sitzt auf einem Auto, das im «Mad Max» Stil umgebaut wurde.

    Foto: Christophe Gateau
  • Joris von den Wasteland Warriors sitzt auf einem Auto, das im «Mad Max» Stil umgebaut wurde.

    Foto: Christophe Gateau
  • Franzi (l-r), Sean, Kai und Joris von den Wasteland Warriors sitzen auf Autos, die im «Mad Max» Stil umgebaut wurden.

    Foto: Christophe Gateau
  • Amber von den Wasteland Warriors sitzt am 04.08.2017 in Wacken (Schleswig-Holstein) auf dem Festivalgelände des Wacken Open Air auf einem Schaukelpferd mit einer Gasmaske.

    Foto: Christophe Gateau
  • Durch ein Sichtfenster an einer Bierleitung fließt Bier. Die sogenannte Bierpipeline versorgt die Zapfstationen auf dem Festivalgelände mit Bier. An den Zapfstationen können innerhalb von 30 Sekunden 24 0,4 Liter-Biergläser befüllt werden.

    Foto: Christophe Gateau
  • Ein mit Bier gefüllter Schlauch (rot) führt von einem Tank auf einem Lkw in eine Verteileranlage.

    Foto: Christophe Gateau
  • An einer Zapfstation werden Biergläser befüllt. Die sogenannte Bierpipeline versorgt die Zapfstationen auf dem Festivalgelände mit Bier. An den Zapfstationen können innerhalb von 30 Sekunden 24 0,4 Liter-Biergläser befüllt werden.

    Foto: Christophe Gateau
  • Wacken Open Air Groundmanager Jan Horn (l) und Gerhard Binder, Leiter der Eventservices (National) von Ab InBev stehen vor einem Biertank der Bierpipeline. Die Bierpipeline versorgt die Zapfstationen auf dem Festivalgelände mit Bier.

    Foto: Christophe Gateau
  • Wacken Open Air Groundmanager Jan Horn steht vor einem Biertank der Bierpipeline.

    Foto: Christophe Gateau
  • Gerhard Binder, Leiter der Eventservices (National) von Ab InBev, steht vor einem Biertank der Bierpipeline.

    Foto: Christophe Gateau

So springt Metalhead Benedikt mit Anlauf und Feuereifer auf seine Luftmatratze, um mit ihr durch den Schlamm zu schlittern. Das Ziel: besonders weit über die trübe, braune Brühe auf dem Zeltplatz zu gleiten. Ähnliche Versuche lassen sich bei anderen Besuchern mit vorsorglich mitgebrachten Holzschlitten beobachten, die an Bändern gezogen auch zum Bier-Transport taugen. Dominic springt ganz ohne Sportgerät in eine tiefe Pfütze - am Ende ist er komplett schlammfarben.

Mehr zum Thema

Selbst das Sportfischen ist in leicht abgewandelter Form vertreten. So gehen Sören und Robert aus Hamburg schon am Donnerstag mit improvisierter Angel und Bierdosen als Köder auf imaginäre Raubfischjagd, während sich die Festivalbesucherinnen Aurora und Deyna mit einem aufblasbaren Orca-Wal aus Plastik im Schlamm als Tiertrainerinnen versuchen.

Eine weitere Disziplin ist eher künstlerisch: Bildhauerei mit Bierdosen. Sobald diese leer getrunken sind, basteln kreativ Veranlagte mit Duct-Tape oder Kreppband Skulpturen. Zu den schönsten, weil besonders stilechten Objekten, gehört ein Wikinger-Helm - aus Dutzenden von Bierdosen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5054818?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F201%2F1819525%2F
Nachrichten-Ticker