Musical-Europapremiere
"Pretty Woman": Hollywood in Hamburg

Hamburg -

Am Ende kommt der Ritter auf seinem weißen Pferd. Mit Schirm statt Schwert und mit dem Rosenstrauß im Mund erobert er die Prinzessin über die Feuerleiter. Die Höhenangst des  Edward Lewis? Die unmögliche Liebe zwischen Multi-Millionär und Prostituierter? 

Montag, 30.09.2019, 11:49 Uhr aktualisiert: 30.09.2019, 16:14 Uhr
Musical-Europapremiere : "Pretty Woman": Hollywood in Hamburg
Patricia Meeden in der Rolle der Vivian und Mark Seibert in der Rolle des Edward stehen während der Europapremiere von "Pretty Woman - Das Musical" auf der Bühne des Theaters an der Elbe. Foto: Morris Mac Matzen/Stage Entertainment/dpa

„Hey, das ist Hollywood, die Stadt der Träume. Hier werden Märchen wahr“ – auch „Cinder-fucking-rella“, wie es 1990 im Kultfilm „Pretty Woman“ hieß. Das Broadway-Musical zu der märchenhaften Aschenputtel-Liebesgeschichte feierte am Wochenende im „Stage Theater an der Elbe“ in Hamburg Europapremiere – eine zu recht umjubelte Premiere.

Wer den Liebesfilm mit Julia Roberts und Richard Gere mochte, der wird dieses Musical lieben – und Julia Roberts nach den ersten Szenen erst einmal vergessen: Patricia Meeden bezaubert als Prostituierte Vivian Ward nicht nur den schwerreichen Geschäftsmann Edward Lewis (Mark Seibert) auf der Bühne, sondern von den ersten Szenen an auch das Publikum. Ein scheues Lächeln hier, ein befreiend lautes Lachen da, ein koketter Augenaufschlag dort und schließlich ein Blick zwischen tiefer Verzweiflung und Wut – schauspielerisch stimmt einfach alles.

Meeden, Musical-Freunden aus dem Münsterland bereits als „Inez“ in der Tecklenburger „Zorro“-Aufführung bekannt – verkörpert perfekt die junge Frau, die in die feine, faszinierende Welt der Schwerreichen geworfen wird, sich dank natürlichem Charme und Schlagfertigkeit schnell darin zurechtfindet, aber immer wieder grausam daran erinnert wird, wo sie herkommt: vom Straßenstrich.

Pretty Woman – das Musical feiert Europapremiere in Hamburg

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  • Anfangs ist er ein eiskalter Geschäftsmann: Edward (Mark Seibert)

    Foto: Morris Mac Matzen
  • Ein Abend in der Oper: Vivian ist fasziniert von „La Traviata“ – und bezaubert damit Edward.

    Foto: Morris Mac Matzen
  • Ein zauberhafter Abend für Vivian und Edward: Die Hauptdarsteller Patricia Meeden und Mark Seibert stehen bei der Europapremiere in Hamburg auf der Bühne.

    Foto: Morris Mac Matzen
  • Der Multi-Millionär und die Prostituierte sind fasziniert voneinander. Aber lässt der gesellschaftliche Unterschied eine solche Beziehung zu?

    Foto: Morris Mac Matzen
  • Die Begeisterung, die Freude, die Zweifel, die Enttäuschung – alles das bringt Patricia Meeden perfekt auf die Bühne. Sie ist eine Idealbesetzung für die Rolle der Vivian. Viele Musicalfreunde aus dem Münsterland kennen sie aus Tecklenburg, wo sie in „Zorro“ die Ines verkörperte.

    Foto: Morris Mac Matzen
  • Hollywood ist die Stadt der Träume: Am Ende bekommen sich Vivian und Edward natürlich doch – trotz aller Widerstände.

    Foto: Morris Mac Matzen
  • Die Hauptdarsteller Mark Seibert (l.) und Patricia Meeden mit den Komponisten Bryan Adams und Jim Vallance (r.)

    Foto: dpa/Georg Wendt
  • Patricia Meeden ist eine Idealbesetzung für die Rolle der Vivian, die Edward (Mark Seibert) bezaubert.

    Foto: dpa/Georg Wendt

Die Demütigung Vivians beim Einkaufsbummel (goldene Kreditkarte hin oder her), die Badewannenszene mit dem Walkman, der romantische Abend in der Oper,  die Aufzugfahrt mit dem sympathisch vorwitzigen Hotelpagen Giulio (erstklassig: Johnny Galeandro) und natürlich das Happy End auf der Feuerleiter – das Musical orientiert sich bis hin zu den Kostümen und den Frisuren aus den 1980er Jahren eng am Kultfilm.

Hier wie dort arbeiteten Filmregisseur Gary Marshall und Drehbuchautor J.F Lawton mit. Großartig musicalgerecht umgesetzt ist, wie Hotelmanager Mr. Thompson (Paul Kribbe) der in eine  Dame umzustylenden Prostituierten Tanz- und Benimm-Unterricht gibt. Ein Märchen, irgendwo zwischen Cinderella und Eliza Doolittle...

Neu ist die Musik: Dass er stimmungsvolle Balladen ebenso schreiben kann wie eingängig Popsongs zum Mitsingen, hat Bryan Adams schon mit „Anything I do“ für den Film „Robin Hood – König der Diebe“ einerseits und „Summer of 69“ andererseits bewiesen; hier belegt er es in Zusammenarbeit mit Jim Vallance erneut.

Beim Musical-Publikum kommen romantische Duette wie „Du und ich“ besonders gut an. So gut die Musik von Adams/Vallance ist, ein Song aus dem Kultfilm darf natürlich am Ende keinesfalls fehlen: „Pretty Woman“ erklingt zum fulminanten Abschluss des märchenhaften Musicalabends. Happy End in Hamburg wie in Hollywood. 

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