Portrait
Yann Tiersen: Alte Stücke neu eingespielt

Kinofans kennen ihn seit seinem zauberhaften «Amélie»-Soundtrack. Dass Yann Tiersen noch viel mehr zu bieten hat, beweist er seit 25 Jahren. Mit «Portrait» zieht er eine Zwischenbilanz der besonderen Art.

Montag, 09.12.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 09.12.2019, 06:02 Uhr
«Portrait» - eine Einladung in die fabelhafte Welt von Yann Tiersen.
«Portrait» - eine Einladung in die fabelhafte Welt von Yann Tiersen. Foto: Richard Dumas/Mute Germany

Berlin (dpa) - 50 Jahre alt wird der französische Komponist und Multi-Instrumentalist Yann Tiersen im kommenden Juni. Doch ein Geschenk zum runden Geburtstag hat er sich schon jetzt gemacht: «Portrait» (Mute) ist eine karriereüberspannende Retrospektive der etwas anderen, interessanteren Art.

Denn der in Brest geborene Musiker hat 22 seiner alten Stücke - vom Debüt «The Waltz Of The Monsters» (1995) über den Film-Hit «Die fabelhafte Welt der Amélie» (2001) bis zu den aktuelleren Alben «EUSA» und «All» - nochmals eingespielt und drei neue hinzugefügt. Daraus ergibt sich ein so spannendes wie entspannendes Doppelalbum. Denn viele Melodien pendeln so träumerisch herbstlich/winterlich zwischen Neoklassik und Softpop, dass sie bestens zur Jahreszeit passen.

Neben instrumentalen Tracks, wie man sie aus den Soundtracks des Bretonen kennt, kommen auch befreundete Sänger zum Zuge - etwa Ólavur Jákupsson («Rue des Cascades»), Gruff Rhys («Monochrome») oder John Grant («Thinking Like A Mountain»). Auf mehreren Songs ist die zarte Stimme von Tiersens Ehefrau Emilie zu hören.

Melancholische Klavier- und Streicher-Arrangements, gelegentlich aber auch dröhnende Gitarren von Stephen O'Malley prägen die Stücke. Der Ausgangspunkt ergab sich durch Proben zu einer Tournee, als Tiersen erkannte, wie gut die angestrebten Arrangements alter und aktueller Tracks ineinandergriffen. Er nutzte die Gelegenheit, seine Band ins Studio einzuladen, um die Neuinterpretationen sofort aufzunehmen.

Dass der Franzose als Jugendlicher Post-Punk gespielt hat und nach eigener Aussage von Iggy Pop & The Stooges beeinflusst war, ist hier nicht mehr zu hören. Sehr wohl aber, warum er als einer der interessantesten zeitgenössischen Crossover-Komponisten gilt. «Portrait» - das ist die wunderbare Welt des Yann Tiersen.

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