Was wäre wenn
«Killection»: Fiktive Zeitreise mit Lordi

Vor rund 14 Jahren hatten die Horror-Finnen von Lordi mit ihrem Monster-Auftritt - und Sieg - beim Eurovision Song Contest ihren großen Durchbruch. Doch was, wenn es den schon 30 Jahre früher gegeben hätte?

Freitag, 31.01.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 31.01.2020, 06:02 Uhr
Lordi haben Spaß am Grusel.
Lordi haben Spaß am Grusel. Foto: --

Berlin (dpa) - Die finnische Horrorband Lordi gibt es erst seit 1992. Schade eigentlich, dachte sich die Gruppe - und bringt darum nun ein Was-wäre-wenn-Album auf den Markt.

Für die neue Platte «Killection» haben die Monster-Musiker neue Lieder aufgenommen, die so klingen sollen, als stammten sie aus längst vergangenen Jahrzehnten. Das zehnte Lordi-Studioalbum ist also ein fiktives Best-of aus einem halben Jahrhundert.

«Es umfasst all die Songs, die Lordi zwischen Anfang der 70er und 1995 geschrieben hätten, hätten sie damals schon existiert», sagt Frontmann Mr. Lordi. «Und wie sich das für eine gute Compilation gehört, befindet sich auch noch ein brandneuer Song aus dem Jahr 2019 darauf.» Welche Musik hätten die Masken-Rocker also gemacht, hätte es sie in den 1970er und 80er Jahren schon gegeben?

Die Antwort gibt das Album mit 11 neuen Songs, eingerahmt und unterbrochen von Ansagen wie aus einer Radio-Show. «Ein Compilation Album, das einfach mal so tut, als hätten Lordi bereits seit den frühen 70ern existiert.» Eine überaus unterhaltsame und hörenswerte Idee.

Tatsächlich hatten Lordi erst im Jahr 2006 ihren großen internationalen Durchbruch. Damals gewannen sie mit «Hard Rock Hallelujah» in gruselig-absurden Kostümierungen - die sie auch heute noch wie ein Schockrock-Markenzeichen tragen - als bisher einzige finnische Band den Eurovision Song Contest (ESC).

Mr. Lordi hat sich nun also hin- und in die Vergangenheit zurückversetzt und Songs geschrieben, die nach seiner Band klingen - aber hoffnungslos unmodern sind. «Die Songs sind in keinster Weise moderne Metal-Tracks geworden, sondern klingen sehr viel dreckiger, weniger poliert und sehr viel stärker nach Rock'n'Roll», sagt er. «So wie das in der jeweiligen Zeit halt Usus war.»

Dafür haben Lordi - dieses Mal mit einem neuen Bassisten namens Hiisi, der den Anfang 2010 ausgeschiedenen Ox ersetzt - die Songs jeweils in unterschiedlichen Studios und mit unterschiedlichen Instrumenten aufgenommen.

Herausgekommen sind Nummern, die nach Garagenrock der frühen 70er klingen («Blow My Fuse») oder wie 80er-Jahre-Rockhymnen («Up To No Good») mit dem für das Jahrzehnt typischen Bombast. Auch «Zombimbo» und «Apollyon» klingen nach den 80ern - und nach Laura Branigans «Gloria». «Horror For Hire» klingt nach Glam-Rock. Das verbindende Element über alle Epochen hinweg: Der Horror. Besonders gruselig: «Shake The Baby Silent» (Schüttel das Baby ruhig») oder «I Dug A Hole In The Yard For You» (Ich hab da schonmal ein Loch im Garten für Dich ausgehoben).

«Die Songs aus den 70ern haben wir analog auf einem 24-Spuren-Tape eingespielt, wie es damals üblich war. Und wir haben eine echte Hammond-Orgel benutzt, um die Keyboard-Sounds der damaligen Zeit nachzuempfinden», sagt der Lordi-Chef. Das habe Spaß gemacht, auch wenn es nicht einfach gewesen sei: «Wenn einer von uns einen Fehler gemacht hat, dann ist der eins zu eins so auf dem Track gelandet. Die Technik hat damals wenig Trickserei zugelassen.»

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