«War gut»
City verabschiedet sich mit Song von ihrem Schlagzeuger

Die Band trauert um ihren Drummer. Dieser war am 22. Mai an Krebs gestorben.

Sonntag, 21.06.2020, 10:35 Uhr aktualisiert: 21.06.2020, 10:38 Uhr
Die Musiker der Rockgruppe City (l-r) Manfred Hennig (Keyboard), Fritz Puppel (Gitarre), Georgi Gogow (Geige), Toni Krahl (Gesang) und Klaus Selmke (Schlagzeug)(2017).
Die Musiker der Rockgruppe City (l-r) Manfred Hennig (Keyboard), Fritz Puppel (Gitarre), Georgi Gogow (Geige), Toni Krahl (Gesang) und Klaus Selmke (Schlagzeug)(2017). Foto: Jens Büttner

Berlin (dpa) - Er starb Ende Mai überraschend an Krebs - nun hat sich die Band City mit einem bewegenden Song von ihrem Schlagzeuger Klaus Selmke verabschiedet. Am Samstag sei er in engstem Kreis beigesetzt worden, teilte Sänger Toni Krahl mit.

In dem Video mit dem neuen Song sagt er zum Schluss: «Wir brauchten ein paar Wochen, um uns zu sammeln und unsere Gedanken zu sortieren. Nach all den Jahrzehnten, die wir mit Klaus musizierten, haben wir beschlossen, dass wir unser gemeinsames Ziel weiter verfolgen. City wird es also weiterhin geben und wir werden, auch im Sinne von Klaus, unsere Botschaften, unsere Lieder in die Welt tragen.»

«War gut» heißt das Abschieds-Lied, in dem die vier trauernden Band-Kollegen des Barfuß-Drummers an ihn erinnern. Der Refrain: «So war das aber nicht gedacht, mit stillem Abschied über Nacht. Und Blumen auf'm Grab. Kein Lachen und kein Trommeln mehr. Das Gras wächst und der See liegt leer. War gut, dass es dich gab.» In den letzten Zeilen heißt es: «Von nun an wirst du fehlen. Wir werden's nie verstehen. Von nun an wirst du fehlen. War viel zu früh zu gehen.»

Der Drummer, der gerne barfuß auf der Bühne saß, starb am 22. Mai, rund einen Monat nach seinem 70. Geburtstag. Selmke hatte City vor 48 Jahren mit Fritz Puppel in Berlin-Prenzlauer Berg gegründet. Die fünf Glatzköpfe der Band, die einst mit dem Slogan «Ohne Bass und ohne Haare - mit City durch die 80er Jahre!» für sich warben, befanden sich mit ihren kritischen Texten im sozialistischen Staat oft am Rande des Erlaubten. Zwei Jahre vor dem Mauerfall thematisierten sie etwa in «Wand an Wand» und «Halb und Halb» die deutsche Teilung. Sie zählen auch lange nach dem Mauerfall noch zu den erfolgreichsten Bands aus dem Osten Deutschlands.

© dpa-infocom, dpa:200620-99-503961/3

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