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Die Promi-Geburtstage vom 04. April 2014: Aki Kaurismäki

Berlin (dpa) - Aki Kaurismäki ist ein kühner Finne: Nicht die Argentinier hätten den Tango erfunden, sondern seine Landsleute, behauptet der Regisseur. Bauern hätten damit Mitte des 19. Jahrhunderts Wölfe fernhalten wollen.

Mittwoch, 02.04.2014, 15:04 Uhr

Mann mit Fluppe: Aki Kaurismäki. Foto: Chema Moya
Mann mit Fluppe: Aki Kaurismäki. Foto: Chema Moya Foto: dpa

Diese «wunderbare» Behauptung und gewagte These ist auf fruchtbaren Boden gefallen: Die deutsche Dokumentarfilmerin Viviane Blumenschein hat Kaurismäki beim Wort genommen und begleitete in ihrem Film «Mittsommernachtstango» einige argentinische Tango-Musiker bei ihrer Reise nach Finnland mit der Kamera . Eine schöne Idee - und Kaurismäki ist ja durchaus ein Musikkenner, toben doch immer wieder die Leningrad Cowboys durch seine Filme.

Aki Kaurismäki, der trinkfeste Eigenbrötler aus Orimattila, hat seinen ganz eigenen Kopf. Der finnische Regisseur, der heute 57 Jahre alt wird, wurde durch seine proletarische Trilogie («Schatten im Paradies», «Ariel», Das Mädchen aus der Streichholzfabrik») einem größeren Publikum bekannt. Im Mittelpunkt seiner mit bisweilen grimmigen Humor ausgestatteten Sozialdramen stehen Außenseiter vom Rande der Gesellschaft, die trotz ihrer Misere das Träumen aber nicht aufgegeben haben. Und manchmal gelingt es ihnen gar, einen Zipfel des Glücks zu erhaschen.

Seinen letzten Spielfilm « Le Havre » (2011) hat Kaurismäki in Frankreich gedreht. Warum? «Ich hatte so viele Filme über Finnland gedreht, dass ich nichts mehr zu erzählen hatte. Also musste ich woanders hin. Das hätte genauso Deutschland oder Belgien sein können. Aber ich musste raus. Und warum dann nicht Frankreich? Es ist das Geburtsland des Films. Das Kino wurde 1895 dort erfunden», sagte er im Interview mit der «Welt».

«Le Havre» ist ein Flüchtlingsdrama, das unter der Regie von Aki Kaurismäki aber zu einer hoffnungsvollen Fantasie von Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt wird. Das Märchen handelt von einem alten Schuhputzer, der beschließt, einem afrikanischen Flüchtlingsjungen zu helfen.

Kaurismäkis eigene Weltsicht ist dagegen tief schwarz. «Ich bin Pessimist. Ich befürchte, die Menschheit wird ohne eine gewaltige Katastrophe nichts lernen», sagte er dem «Zeit-Magazin». «Manchmal denke ich, das Einzige, was den Planeten retten könnte, wäre, wenn die Menschheit verschwindet.» Aber: «Je skeptischer und zynischer ich werde, desto weicher werden meine Filme», meint der Filmemacher.

Aki Kaurismäki war Kellner, Briefträger und Tellerwäscher, bevor er mit 18 Jahren beschloss, Filmemacher zu werden. Und auch als Hotelier hat sich der Finne versucht. Bei den Dreharbeiten zu dem Film «Juha» entdeckte er 1997 zufällig ein leerstehendes ehemaliges Altenheim, das der Finne zu neuem Leben erwecken wollte. «Hotel Sehnsucht» sollte das Hotel zuerst heißen, «Oiva» wurde schließlich daraus, was auf Finnisch «wunderbar» heißt.

NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND CROWTHER, Kitty belgische Illustratorin und Autorin 44 04.04.1970 Brüssel Belgien ROHDE, Armin deutscher Schauspieler 59 04.04.1955 Gladbeck Deutschland MASEKELA, Hugh südafrikanischer Jazz-Trompeter 75 04.04.1939 Witbank Südafrika
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