Adelsexperte
Promi-Geburtstag vom 5. Februar 2017: Rolf Seelmann-Eggebert

Geadelt hat ihn die Queen nicht - «Sir Rolf» wird er dennoch oft genannt. Rolf Seelmann-Eggebert ist Deutschlands bekanntester Adelsexperte. Sollte Prinz Harry heiraten, wäre er im TV gern wieder dabei. Als Journalist zieht es ihn aber auch zurück zu den Anfängen.

Sonntag, 05.02.2017, 00:02 Uhr

Rolf Seelmann-Eggebert erklärt uns die royale Welt.
Rolf Seelmann-Eggebert erklärt uns die royale Welt. Foto: Christian Charisius

Hamburg (dpa) - «Die Queen wird nicht abdanken» – Rolf Seelmann-Eggebert , seit Jahrzehnten oft befragter Adelsexperte, erklärt es in Interviews immer wieder.

Ob zuletzt bei dem Deutschland-Besuch oder dem 90. Geburtstag von Elizabeth II., stets betont er, dass sie ihre Pflicht als Königin bis zum letzten Atemzug wahrnehmen wird. Die Statements von «Sir Rolf», wie ihn viele nennen, sind nicht nur bei seinem ARD-Heimatsender gefragt, auch andere Medien lassen sich gern von ihm die Königshäuser dieser Welt erklären.

80 Jahre alt wird er am Sonntag (5. Februar), einen Tag vor dem 65. Jubiläum der Thronbesteigung der Queen. Sie wird nicht abdanken – und er?

«Ich fühle mich eher wie 65, weil ich meine Pensionierung gar nicht zur Kenntnis genommen habe. Ich habe einfach weitergemacht», sagt er im Interview in den Räumen der Produktionsfirma Seelmannfilm, die sein Sohn Florian in Hamburg führt. «Erst jetzt merke ich, dass es vielleicht an der Zeit ist, ein bisschen weniger zu arbeiten. Das habe ich mir auch vorgenommen.» Kürzertreten will er da, «wo die Arbeit strapaziös ist», etwa beim Filmen von Dokumentationen. «Aber wenn es um Live-Sendungen geht, der Verstand noch halbwegs mitmacht und der Norddeutsche Rundfunk mich haben will, bin ich gerne dabei.»

Ein mögliches royales Highlight 2017 für ihn? Die Hochzeit von Prinz Harry (32) und Meghan Markle (35). «Bei Harry ist alles möglich», sagt er und lacht. «Das Jahr ist noch jung. Wenn sie sich im nächsten Monat verloben würden, könnten sie wunderbar im Sommer heiraten.» Wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass für den Queen-Enkel und die US-Schauspielerin die Hochzeitsglocken läuten - darauf will sich auch der Blaublut-Experte nicht festlegen. Fest stehen andere Termine für dieses Jahr: der Todestag von Prinzessin Diana, Mutter von Harry und William, jährt sich am 31. August zum 20. Mal. Und in Schweden feiert Kronprinzessin Victoria am 14. Juli ihren 40. Geburtstag.

Das schwedische Königshaus mit Königin Silvia und ihren deutschen Wurzeln sei das, zu dem er den besten Zugang habe, erzählt er, am meisten berichtet aber habe er über das englische. Rückblende: 1978 war der ARD-Journalist für knapp vier Jahre als TV-Korrespondent und Studioleiter nach London gegangen. Im Magazin «Rund um Big Ben» nahm er die Briten unter die Lupe. Träger des Ordens «Commander of the British Empire (CBE)» und Ehrenmitglied der Deutsch-Britischen Gesellschaft ist Seelmann-Eggebert - vom Brexit-Votum fühlt er sich «persönlich düpiert». «Ich habe mich viele Jahre meines beruflichen Lebens auch um die deutsch-britische Verständigung gekümmert.»

Auch nach acht Jahren als Fernsehprogrammdirektor beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) - in jene Zeit fiel die Silvesterpanne 1986, als der NDR in der ARD die Neujahrsansprache des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl vom Vorjahr wiederholte - ging er 1990 wieder ins Reich der Queen. Hat seine distinguierte Art nicht selbst etwas Blaublütiges? hieß es immer wieder über ihn. Der Klapperstorch müsse sich damals verflogen haben und habe nicht in Berlin, sondern in einer englischen Grafschaft landen wollen, sagte Ex-«heute-journal»-Moderator Wolf von Lojewski in einem früheren TV-Porträt über ihn.

Hanni Hüsch, Ex-ARD-Studioleiterin in London, meinte: «Er sitzt in der Kutsche, als sei er da hineingeboren.» Entertainer Joachim «Blacky» Fuchsberger, der 2014 starb, sprach in dem Film über die «vornehme Erscheinung dieses Mannes». Fuchsberger: «Da setzt meine Kritik am Königshaus ein: Der müsste längst geadelt sein!» Für viele gehört Seelmann-Eggebert zu royalen Trauungen wie Krone und Kirche. Ob 1981 Charles und Diana oder 2011 William und Kate - kaum ein königliches Jawort im Fernsehen ohne ihn. «Ich werde sicher nicht Nein sagen, wenn wieder etwas Wichtiges ansteht», sagt er.

Aber: «Die Zeit, die man noch hat, muss man sich auch ein bisschen einteilen», gibt er zu bedenken, «und dazu gehört für mich auch Afrika». Denn jenseits von Glanz und Glamour machte der Journalist immer wieder auf Armut und Hunger in der Dritten Welt aufmerksam. Auch wenn seine eigene Zeit dort lange zurückliegt: Von 1968 bis 1976 arbeitete er als ARD-Reporter in Afrika. Er habe das Gefühl, dass er sich auf seine alten Tage noch einmal damit befassen sollte. «Die Bevölkerungszahl dort wächst enorm», sagt das Stiftungsratsmitglied der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung.

Doch erst einmal steht der 80. an - möglichst ohne persönliche Geschenke, wenn es nach dem dreifachen Vater geht. «Es gibt noch zu viele ungelesene Bücher und nicht gehörte CDs», sagt er. Seine Frau kümmere sich um eine afghanische Flüchtlingsfamilie, Spenden dafür wären die besten Geschenke. Seine Reise nach Afrika kann er sich schon recht bald vorstellen: «50 Jahre nach dem ersten Schritt als Afrika-Korrespondent nachzuschauen, was aus dem einstigen Berichterstattungsgebiet geworden ist, würde mich sehr reizen.»

Das NDR Fernsehen würdigt den Geburtstag seines Adelsexperten mit dem Porträt «Der Chronist der Könige - Rolf Seelmann-Eggebert wird 80». Der Film, den der Sender am Sonntag (5. Februar/14.30 Uhr) zeigt, lässt das Publikum noch einmal an seinen wichtigsten Erlebnissen und Begegnungen teilhaben, wie der NDR mitteilte.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4606420?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F1806699%2F4840426%2F4840428%2F
Nachrichten-Ticker