Regisseur mit Rückgrat
Promi-Geburtstag vom 13. Februar 2019: Jo Baier

Der Münchner Regisseur und Drehbuchautor Jo Baier feiert am 13. Februar seinen 70. Geburtstag. Von Ruhestand will der mehrfache Grimme-Preisträger aber nichts wissen.

Mittwoch, 13.02.2019, 00:01 Uhr aktualisiert: 13.02.2019, 00:04 Uhr
Der Regisseur Jo Baier wird 70.
Der Regisseur Jo Baier wird 70. Foto: Georg Wendt

München (dpa) - Ein bisschen mulmig wird Jo Baier schon beim Gedanken, dass er am 13. Februar 70 Jahre alt wird. Einerseits sei er froh, so alt geworden zu sein. Andererseits mache diese Zahl einem unerbittlich klar, dass man sicher nicht mehr zu den Jungen gehöre - auch wenn er sich noch jung fühle.

«Mental bin ich immer noch Ende 30», sagte der seit 1976 Filmschaffende der Deutschen Presse Agentur, «doch ein Blick in den Spiegel belehrt mich täglich eines Besseren.»

Jung hält ihn die Arbeit. Als nächstes hat sich Baier einen Dreiteiler für die ARD über die amerikanische Besatzungsmacht nach dem Zweiten Weltkrieg vorgenommen. Ende nächsten Jahres soll er ins Fernsehen kommen. Es ist typischer Baier-Stoff. Nachdem der Theaterwissenschaftler ab 1976 Dokumentationen für den Bayerischen Rundfunk gedreht hat, erschien 1988 sein erster Fernsehfilm «Schiefweg» über die Dichterin Emerenz Meier, für die Baier den Adolf-Grimme-Preis erhielt.

Mit «Hölleisengretl» interpretierte er Oskar Maria Grafs Erzählung über eine missgestaltete Bäuerin. In «Wambo» verfilmte er 2001 das Leben des 1990 ermordeten Volksschauspielers Walter Sedlmayr, drei Jahre später zeichnete er im Fernsehfilm « Stauffenberg » ein ungeschöntes Bild des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Insgesamt umfasst Baiers Werk über 60 Dokumentationen und Features sowie rund zwei Dutzend Filme.

Meist schrieb Baier auch das Drehbuch. Kein Wunder, Schreiben war für ihn von Kindheit an «die große Leidenschaft». In die Filmografie hat sich nur ein Flop eingeschlichen: das Historiendrama «Henri 4». Die internationale Koproduktion, basierend auf der literarischen Vorlage von Heinrich Mann, kam 2010 in die Kinos - und fiel bei Kritik und Publikum durch.

Filmemachen sei nicht nur ein Job, der mit Geldverdienen zu tun habe, sagt Baier. «Klar, es ist schon schön, wenn man ordentlich für seine Arbeit bezahlt wird. Aber das Honorar ist nicht entscheidend. Ich kann behaupten, dass ich in meinem ganzen Berufsleben keinen einzigen Film gemacht habe, hinter dem ich nicht uneingeschränkt stehen kann», sagt er. Und worauf ist er am meisten stolz? «Darauf, dass ich mich nie verbogen habe, dass ich immer Haltung gezeigt habe. Das ist mir wichtiger als alle Preise.»

Eine Haltung, die mit Regisseuren wie Rainer Werner Fassbinder, Alexander Kluge und Volker Schlöndorff verbunden ist. In die aber auch eine Portion Hippie-Geist einfließt: «Ich habe ja im Jahr 1968 Abitur gemacht und die Flower-Power-Zeit voll mitbekommen», sagt Baier. Unmittelbar nach dem Abi sei er gemeinsam mit einem Freund ins Mekka der Hippie-Bewegung aufgebrochen - nach San Francisco.

«Das war schon ein unvergessliches Erlebnis, als wir mit dem Greyhound-Bus über die Bay Bridge fuhren», erzählt er. Deshalb konnte er sich von der damals erstandenen Fransenjacke - die Eltern und damalige Freundin «ganz furchtbar fanden» - erst vor wenigen Jahren trennen. Seinen runden Geburtstag will Baier zweimal feiern - am 13. Februar im engsten Familienkreis. Ein paar Monate später, Ende Mai, soll es dann noch eine richtig große Party geben.

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