Trauerfeier in München
Bewegendes Requiem für Hannelore Elsner

Trauerfeier für eine große Schauspielerin: Familie, Freunde und Fans erweisen Hannelore Elsner in München die letzte Ehre. Unter den Trauergästen sind auch viele Kolleginnen und Kollegen.

Freitag, 31.05.2019, 16:13 Uhr aktualisiert: 31.05.2019, 16:16 Uhr
Kerzen, Blütenblätter, Kränze und ein Porträt von Hannelore Elsner in der Kirche St. Michael in München.
Kerzen, Blütenblätter, Kränze und ein Porträt von Hannelore Elsner in der Kirche St. Michael in München. Foto: Matthias Balk

München (dpa) - Bei einem feierlichen Requiem haben Verwandte, Freunde, Kollegen und andere Weggefährten in München Abschied von der Schauspielerin Hannelore Elsner genommen.

Regisseurin Doris Dörrie , Schauspieler Florian David Fitz und Schauspielerin Iris Berben erinnerten am Freitag in der katholischen Jesuitenkirche St. Michael an Elsner, die am Ostersonntag mit 76 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben war. Die Beisetzung sollte anschließend im kleinen Kreis stattfinden.

Ein Schwarz-Weiß-Porträt auf den Altarstufen zeigt Hannelore Elsner so, wie sie vielen Angehörigen und vielen anderen, denen sie etwas bedeutete, in Erinnerung bleibt: lächelnd und strahlend. Neben dem Foto steht die Urne - tiefblau, kugelförmig und mit einem goldenen Band. Sie soll die Erdkugel symbolisieren. Entworfen hat die Urne der Künstler Ruben Zickmann, ein Freund von Hannelore Elsners Sohn Dominik Elstner.

Unter den Trauergästen waren zahlreiche Kollegen aus der Filmbranche wie Elmar Wepper, Götz Otto, Oliver Berben, Michaela May, Nico Hofmann und Katja Eichinger. Bei sonnigem, frühlingshaftem Wetter kamen die Gäste über einen schwarzen Teppich in die mitten in der Altstadt gelegene Kirche. Zahlreiche Fans schlossen sich bei der öffentlichen Trauerfeier an.

Priester Karl Kern zitierte aus Elsners Biografie und ließ die Schauspielerin so selbst zu Wort kommen. Über ihren Beruf sagte sie:  «Ohne Spiel ist mir das Leben einfach zu ernst.» Wie sehr Elsner, die als letzte Diva des deutschen Filmes gilt, ihren Beruf liebte, berichteten Regisseurin Doris Dörrie und Schauspieler Florian David Fitz. «Hanni, Du Wilde, Großartige, Schöne - Du fehlst mir, Du fehlst uns, wir feiern Dich!», sagte Dörrie.

Die Regisseurin erzählte eine Episode von den Dreharbeiten zum Film «Kirschblüten Hanami», in dem Elsner die Rolle der Trudi Angermeier übernommen hatte. Die Regisseurin bat sie, die Figur bayerisch anzulegen, doch die Elsner mochte die Kostüme nicht und meinte, das könne sie nicht, «das geht auf keinen Fall». Um dann wenig später lachend zu sagen: «Na gut, dann spiele ich meine Oma.»

Fitz erzählte, wie Elsner manchen Maskenbildner mit ihren Sonderwünschen verrückt gemacht habe, und dass er ausgerechnet im Weißwurstkeller nach der Verleihung des Filmpreises sein schönstes Gespräch mit ihr geführt habe - über das Leben und den Tod. Sie habe ihm damals erzählt, schwer krank gewesen zu sein und beschlossen zu haben: «Es ist noch nicht so weit. Ich kann jetzt nicht gehen. Ich liebe das Leben so sehr.»

Als langjährige Weggefährtin fragte Iris Berben: Was solle sie noch sagen, nach allem, was zuletzt schon gesagt und geschrieben worden sei «über Dein wunderbares, wandelbares, kompromissloses Spiel, Dein Lachen, Deine Allüren, Deine Stärken und Schwächen»? Sie trug ein Gedicht der kanadischen Schriftstellerin Oriah Mountain Dreamer vor, in dem es heißt: «Es interessiert mich nicht, womit du dein Geld verdienst. Ich will wissen, wonach du dich sehnst und ob du die Erfüllung deines Herzenswunsches zu träumen wagst.»

Hannelore Elsner hat sich viele Herzenswünsche erfüllt, aber auch Schicksalsschläge wie den frühen Tod ihres älteren Bruders durchstehen müssen. Aus der oberbayerischen Kleinstadt Burghausen zog es sie einst auf die Schauspielschule nach München, wo sie ihre Karriere startete. Elsner war in mehr als 200 Fernseh- und Kino-Rollen zu sehen und erhielt zahlreiche Preise. Zuletzt hatte sie in Frankfurt gelebt.

Mit dem Regisseur Dieter Wedel hat Hannelore Elsner einen Sohn, der am Freitag nach den Klängen des berührenden «Hallelujah» von Leonard Cohen die Urne seiner Mutter gemeinsam mit nahen Angehörigen aus der Kirche begleitete.

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