Singen als Lebenselixier
Promi-Geburtstag vom 30. September 2019: Bata Illic

Als kleiner Junge träumte Bata Illic von einer großen Karriere als Tenor. Doch es waren nicht die großen, klassischen Arien, die ihn berühmt machten, sondern eine Frau, die ursprünglich «Manuela» heißen sollte.

Montag, 30.09.2019, 00:01 Uhr
Bata Illic wird 80.
Bata Illic wird 80. Foto: Tobias Hase

München (dpa) - Bata Illic glaubt an die Wiedergeburt. Wenn er die Chance bekäme, sein Leben noch einmal zu leben, dann hätte er zwei Wünsche: «Ich würde gleich, sofort, an die Musikhochschule gehen - und ich möchte gerne meine Frau nochmal kennenlernen.»

Die beiden - seine Frau und die Musik - sind die großen Lieben in Illics Leben. Heute wird er 80 Jahre alt.

Als kleiner Junge in seiner Geburtsstadt Belgrad, so sagt Illic im Interview der Deutschen Presse-Agentur in seiner Wahlheimat München, habe er sich abends vor dem Einschlafen immer vorgestellt, als Tenor auf der Bühne zu stehen. «In meinen Träumen habe ich die schönsten Arien gesungen.»

Doch den Weg auf die Bühne sollte er erst über einen Umweg finden. Zunächst wurde Illic Lehrer - und hasste es. Eine «furchtbare» Zeit sei das gewesen. «Ich war erst 21, noch grün, hatte keine Erfahrung und konnte die Kinder nicht bändigen», sagt er. «Die haben mich fertig gemacht.»

Umso glücklicher war er, als sich eine andere Karriereoption auftat: Parallel zum Lehrerjob war Illic schon in Jazz- und Jugendclubs aufgetreten. 1962 bekam er ein Konzertangebot von der US-Botschaft. Dort war man so begeistert, dass man ihm einen Gastspielvertrag für einen amerikanischen Club in Deutschland verschaffte. In Deutschland hatte er dann so viel Erfolg, dass er blieb. 1967 kam seine erste Single auf den Markt, eine deutsche Version des Dean-Martin-Hits «World Full of Sadness». Es folgten «Mit verbundenen Augen» und «Schuhe, so schwer wie ein Stein».

Es waren dann nicht die großen Klassik-Arien, die ihn berühmt machen sollten, sondern eine Frau: «Michaela». «Meine große Liebe ist die klassische Musik», sagt Illic heute. «Aber ich werde nie vergessen, dass 'Michaela' mein großes Glück war. Ich liebe auch Schlager, ich liebe jede Musik.»

1972 katapultierte «Michaela» - die ursprünglich übrigens «Manuela» heißen sollte - Illic ganz nach oben in die deutsche Hitparade. Mit seinem welligen braunen Haar, seiner Drei-Oktaven-Stimme und dem typischen Illic-Akzent - aus dem «ch» wurde ein «k» - war er künftig Stammgast bei Dieter Thomas Heck und Co. «Du bist mein Sonnenschein, lass mich nie mehr allein, Mikaeeeelahaha», sangen Tausende mit. «Michaela» ist heute noch Kult - obwohl Illic damals nach eigenen Angaben gar nicht wusste, was er da singt. «Ich habe das nur phonetisch nachgesungen. Ich konnte ja noch kein Deutsch.»

Kurz vor seinem 80. Geburtstag steht für Illic ein Auftritt bei der Schlager-Parade im schweizerischen Chur auf dem Programm - im Gepäck das neue Album «Immer, immer wieder Du» und die Single-Auskopplung «Mona Lisa lächelt nicht». Denn er steht auch im Alter immer noch so gerne auf der Bühne, wie er sagt: «Singen ist für mich wie mein Lebenselixier. Es macht mich glücklich und froh.» Und das werde er tun, «solange das Publikum mich mag und es meine Gesundheit zulässt».

Im Jahr 2008 versuchte Illic noch einmal, das ganz große Publikum für sich zu gewinnen - und ging in den RTL-Dschungel. In der Sendung «Ich bin ein Star, holt mich hier raus» belegte er den dritten Platz hinter Dschungel-König Ross Anthony und wieder einer Michaela - dieses Mal Schaffrath.

«Mein Aufenthalt im Dschungel war ein wirkliches Abenteuer», sagt Illic heute. Und er bereue ihn auch nicht. Heute würde er bei der Show aber nicht mehr mitmachen. «Es macht auf mich den Eindruck, dass die Abläufe eher vorgeplant sind. Ich habe das bei meinem Aufenthalt nicht so empfunden. Ich bin froh, dass ich dieses Erlebnis machen konnte, doch würde ich mich jetzt nicht mehr in den Dschungel begeben.»

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