Schauspielerin mit Kamera
Promi-Geburtstag vom 3. Mai 2020: Margarita Broich

Spätestens seit sie beim «Tatort» angefangen hat, kennt die halbe Fernsehnation sie. Mindestens. Was viele aber nicht wissen: In ihrem ersten Beruf hat sie als Fotografin gearbeitet. Heute wird sie 60.

Sonntag, 03.05.2020, 00:01 Uhr aktualisiert: 03.05.2020, 05:01 Uhr
Die Schauspielerin Margarita Broich hat erst kurz vor ihrem 60. Geburtstag ihren Partner Dirk Schmalenbach geheiratet.
Die Schauspielerin Margarita Broich hat erst kurz vor ihrem 60. Geburtstag ihren Partner Dirk Schmalenbach geheiratet. Foto: Jörg Carstensen

Berlin (dpa) – Anfang der 1990er Jahre nahm ihre Karriere an Fahrt auf: Der Regisseur Klaus Emmerich setzte Margarita Broich in der zweiten Staffel seiner Ruhrgebiets-Saga «Rote Erde» ein. Inzwischen ist die Schauspielerin zu einem der populärsten Fernsehgesichtern in Deutschland avanciert.

Oft waren es kleinere Parts, die Broich in Filmen übernommen hat, was sie aber schnell immer bekannter machte. Doch ihren Namen merkten sich längst nicht alle Zuschauer. Das änderte sich spätestens Ende 2015. Damals trat sie die Nachfolge von Nina Kunzendorf als fotobegeisterte Kommissarin beim HR-«Tatort» an: eine Rolle wie ein Ritterschlag. Heute wird die Schauspielerin 60 Jahre alt.

Der Rechtsanwalt Dirk Schmalenbach gehörte zu jenen, die nicht wussten, wer sie war, als er im Flieger neben Broich den Platz einnahm. Er soll keinen Fernseher besessen haben. Am 20. September 2019 hat das Paar heimlich geheiratet. Um ihre Hand angehalten habe ihr Mann «wie im Film: Venedig, Nudeln, Kanal, wolkenloser Himmel», erzählte Broich einmal dem Magazin «Bunte». «Er ist toll», sagte sie vergangenes Jahr in Bettina Böttingers Talkshow ( WDR ) und verriet, in den Eheringen seien nur 7a und 7b graviert, die Sitzplätze, die das Paar zusammengebracht hatte.

Zuvor war Broich mit dem DDR-Dramatiker Heiner Müller liiert, der 30 Jahre älter war als sie. Jahrelang sei sie von West-Berlin aus täglich kurz nach Mitternacht nach Ost-Berlin eingereist, um mit Müller zusammen sein zu können, dann um 23.50 Uhr wieder ausgereist in den Westen, um Minuten später wieder einzureisen, verriet sie jüngst im «Kölner Talk». «Er hat mir Welten eröffnet», schwärmte sie.

Danach war sie jahrzehntelang mit ihrem Schauspielkollegen Martin Wuttke zusammen, mit dem sie zwei inzwischen erwachsene Söhne hat, Hans und Franz. Kennengelernt hatte sich das Paar auf der Theaterbühne in Frankfurt. Beide waren in jenen Tagen noch Berufsanfänger.

Geboren am 3. Mai 1960 im Westerwald, begann die Tochter einer katholischen Arztfamilie zunächst Fotodesign in Dortmund zu studieren (1977-1980), bevor sie am Schauspielhaus Bochum als Theaterfotografin arbeitete (1981-1982). Die Bühnenwelt, in die sie damals hineinschnuppern konnte, gefiel ihr so gut, dass sie an der Hochschule der Künste (HdK) in Berlin ein Schauspielstudium aufnahm (1983-1987).

Dann ging es steil nach oben für die Frau mit der blonden Lockenmähne. Sie erhielt zahlreiche Engagements in renommierten Häusern wie dem Schiller-Theater und dem Maxim-Gorki-Theater in Berlin oder bei den Salzburger Festspielen und arbeitete mit Regisseuren wie Robert Wilson, Alexander Lang, Christoph Schlingensief oder besagtem Heiner Müller.

Im Fernsehen ist sie dann unter anderem in der Kinoproduktion «Der Vorleser» (2008), der Literaturverfilmung «Effi Briest» (2009) zu sehen gewesen oder auch in Oscar Röhlers Familienchronik «Quellen des Lebens» (2013). Im Ersten ist sie überdies seit 2018 in der Komödien-Reihe «Meine Mutter...» in einer Hauptrolle dabei. Sie gibt darin eine bodenständige, stets gutgelaunte Besitzerin eines Landgasthofs in der Eifel, Charaktereigenschaften, die auch im richtigen Leben zu ihr zu gehören scheinen.

In der inzwischen abgesetzten WDR-Show «Zimmer frei» vor vier Jahren bezeichnete der Musiker Max Raabe, der mit Broich befreundet ist, sie als «die bezauberndste Frau», die er kenne. Sie sei immer hilfsbereit und könne unglaublich gut kochen. «Und wenn die Polizei hinter mir her wäre, ist sie diejenige, bei der ich bestimmt Unterschlupf fände.»

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