Wer wusste was?
Lage für Christian Wulff bleibt heikel

Glanz, Glamour, Glaeseker – in der öffentlichen Wahrnehmung bleibt Christian Wulff, der gerade die Kredit- und Medienaffäre zu überstehen schien, weiter in seiner heiklen Lage. Kein aktueller Auftritt des Bundespräsidenten, ob beim Jahrestag der Wannseekonferenz oder bei der Matinee eines Medienhauses, wird mehr unvoreingenommen registriert. Schlimmer noch: Worte des Staatsoberhaupts, die das Vertrauen in ihn stärken sollen, finden nach wie vor kaum Widerhall – es sei denn, er äußert sich zu Kredit und Party, Urlaub und Upgrade. Ein Trauerspiel.

Dienstag, 24.01.2012, 14:21 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 22.01.2012, 18:54 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 24.01.2012, 14:21 Uhr

Und mehr und mehr holt die niedersächsische Vergangenheit den Präsidenten ein. Jahre, in denen sein Ex-Sprecher – so der schwerwiegende Verdacht – am Landtag vorbei Landesmittel für die Lobbyarbeit eines Strippenziehers einsetzte und sich selbst aushalten ließ. Wusste Christian Wulff davon, wenn er bei der Nord-Süd-Party zum Promi-Kickern antrat?

Vielleicht ist es kein Zufall, dass sich nicht ein Bundespräsident, sondern eine Bundeskanzlerin zurzeit aufmacht, mit den Deutschen über die Zukunft des Landes zu sprechen: Wie und wovon wollen wir leben? Wie wollen wir lernen? – Ein wichtiger Bürgerdialog, der in besseren Zeiten von Schloss Bellevue aus angestoßen worden wäre.

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