Kommentar
Qualität in der Pflege - Zwiespältige Botschaft

Der Pflege-TÜV zieht Zwischenbilanz. Und die fällt auf der Basis von fast 16 000 Qualitätsprüfungen in Heimen und in ambulanten Pflegediensten wie erwartet zwiespältig aus.

Dienstag, 24.04.2012, 19:04 Uhr

Bedrückend ist die Feststellung, dass Tausende Pflegebedürftige – aus welchen Gründen auch immer – ohne richterliche Genehmigung fixiert oder zu häufig mit Medikamenten ruhiggestellt werden. Im Gegenzug macht der Lagebericht aber auch Hoffnung, weil er abseits der Mängel doch eine Verbesserung der Pflegequalität attestiert.

Es scheint so zu sein, dass hausinterne Verbesserungsprozesse und externe Kontrollen sich in den allermeisten Fällen gut ergänzen. Ein Trost für jene, die angesichts der ausgeprägten Kostenorientierung in der Gesundheitspolitik arge Zweifel hegen, ob Deutschland die Zukunftsaufgabe Pflege überhaupt meistern kann. Der Medizinische Dienst bescheinigt die Fortschritte mit der üblichen bürokratischen Note.

Überwiegend gut“ bedeutet aber auch, dass Pflegebedürftige in ihrem Alltag oftmals unnötig Leid erfahren und nicht ausreichend oder richtig versorgt werden. Es gibt also, auch wenn zum Beispiel die Leistungsverbesserungen für Demenzkranke positive Schlagzeilen machen, noch enorm viel zu tun, um die Pflege nicht allein kosten-, sondern vor allem menschenorientiert zu organisieren.

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