Kommentar
Neue Forensik-Standorte im Münsterland: Es geht nur noch ums „Wie“

Ausgerechnet bei uns!“ – Die Überraschung in fünf NRW-Kommunen war gestern nach Bekanntgabe der Standorte für fünf neue Maßregelvollzugskliniken gewaltig. Irgendwen musste es ja treffen. Im Münsterland sind es also Haltern und Hörstel.

Dienstag, 23.10.2012, 18:10 Uhr

Das Gesundheitsministerium macht jetzt Druck. Bis 2020 sind 750 zusätzliche Klinikplätze nötig. An der Notwendigkeit gibt es keinen Zweifel. Ebenso wenig daran, dass die jetzt bekannt gegebenen Klinikstandorte keine Vorschläge mehr, sondern unverrückbare Entscheidung sind. Ohne Zweifel enthält das Thema Forensik hohe Brisanz. Vortrefflich ließe es sich politisch billig ausschlachten. Zumindest im nördlichen Münsterland geben die ersten Reaktionen aber Hoffnung. Keine der Parteien im Hörsteler Rat zeigt bislang Neigung zu populistischen Schnellschüssen. Geholfen wäre damit niemandem. Am allerwenigsten den Menschen in der Umgebung des ehemaligen Flugplatzes. Denn nicht das „Ob“, wohl aber das „Wie“ ist noch verhandelbar. Genau hier gilt es, alle Energien zu investieren. Der Schutz der Anwohner hat oberste Priorität. Von Beginn an ist die Bevölkerung nach Bekanntgabe in die Maßnahme einzubinden. Die ersten Schritte hat das Ministerium mit seinem Informationsangebot getan. Weitere Schritte müssen folgen. So wird die Ministerin gut beraten sein, zeitnah mit den Menschen vor Ort das Gespräch zu suchen. Stephan Beermann

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