„Liberia muss Verantwortung übernehmen“
UN-Einsatzleiterin Karin Landgren über die Situation der Mission

Monrovia -

Leiterin der UN-Mission in Liberia ist die Schwedin Karin Landgren. Im Hauptquartier in Monrovia stellte sie sich den Fragen deutscher Journalisten.

Sonntag, 02.12.2012, 20:12 Uhr

„Liberia muss Verantwortung übernehmen“ : UN-Einsatzleiterin Karin Landgren über die Situation der Mission
Karin Landgren beim Interview in Monrovia Foto: Gunnar A. Pier

Frau Landgren , wo steht Liberia heute?

Landgren: Liberia gilt als gutes Beispiel für erfolgreiche UN-Missionen in Post-Konflikt-Regionen. Es ist ziemlich stabil und es gab zwei erfolgreiche Wahlen. Wir sind in einer spannenden Phase, weil der Sicherheitsrat im September beschlossen hat, in die Transition Phase überzugehen.

Wie lange muss die Mission noch andauern?

Landgren: Die große Herausforderung ist es, alle Elemente zu identifizieren und zu bearbeiten, die Liberia auch nach der UN-Mission stabil halten. Das geht leider nicht in kurzer Zeit. Auch in drei Jahren wird es noch eine große Mission in Liberia geben. Liberia hat außerordentliche starke Ressourcen, die gut oder schlecht gemanagt werden können. Sie können der Entwicklung helfen oder neue Brüche in der Gesellschaft verursachen.

Wie schätzen Sie die Gefahr ein, dass in Liberia wieder ein Krieg ausbricht?

Landgren: Die meisten Experten, mit denen ich gesprochen habe, sehen diese Gefahr gerade nicht. Aber wir müssen aufmerksam sein. Es gibt spezielle Probleme zwischen ethnischen Gruppen, die ausgeräumt werden müssen. Wir müssen die Situation an der Grenze zur Elfenbeinküste im Blick behalten. Und wenn die Erschließung der Ressourcen nicht zu signifikant mehr Beschäftigung führt, birgt das ein großes Risiko. Das neue Mandat reduziert die Zahl der UN-Kräfte und gilt nur für ein Jahr.

Was halten Sie von dem neuen Mandat?

Landgren: In der Diskussion über das neue Mandat habe ich zwei Positionen gehört. Die eine war: Wir müssen den Zeitplan einhalten. Die andere war: Bitte sorgt nachhaltig für Sicherheit in Liberia. Da müssen wir die richtige Balance finden. Wir wollen natürlich das Engagement der UN nicht untergraben, aber es ist auch Zeit, dass Liberia selbst Verantwortung übernimmt.   www.unmil.unmissions.org

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