Urlaub: Nicht alle können ihr Fernweh stillen
Viele müssen aufs Geld schauen

Münster -

Wieder ein Rekord, den Deutschland verliert: Nach ersten Schätzungen für das vergangene Jahr ist die Bundesrepublik nicht mehr Reiseweltmeister. 2012 gaben reiselustige Chinesen mehr Geld für ihre Fahrten in den Urlaub aus als Deutsche. Nach aktuellen Zahlen der Welttourismusorganisation ­UNWTO kommt China auf gut 68 Milliarden Euro Reiseausgaben, Deutschland „nur“ auf knapp 66 Milliarden Euro.

Montag, 14.01.2013, 17:01 Uhr

Besonders Fernreisen sind teuer - viele Deutsche können sich das nicht mehr leisten.
Besonders Fernreisen sind teuer - viele Deutsche können sich das nicht mehr leisten. Foto: cb

Allerdings haben die Deutschen ihre Reiselust keineswegs verloren: Die jüngste Reiseanalyse der renommierten Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) registriert auch in Deutschland um zwei Prozent gestiegene Ausgaben für den Urlaub . Allerdings geht die Schere zwischen den Einkommensgruppen spürbar auseinander. Während Menschen mit hohen Einkommen deutlich häufiger reisten und dafür auch spürbar mehr Geld ausgaben, fuhren die unteren Einkommensschichten seltener in die Ferien.

Diese Entwicklung wird sich im neuen Jahr kaum ändern: Schon jetzt gab ein Fünftel der repräsentativ befragten Bundesbürger an, in diesem Jahr keine Lust, keine Zeit oder kein Geld für eine Urlaubsreise zu haben.

Die Differenz tut sich zunehmend zwischen jung und alt auf, sagte Martin Lohmann von der FUR bei der Eröffnung der Reisemesse CMT in Stuttgart: Die Älteren haben die Zeit und das Geld, sich ihre Traumreisen leisten zu können, Jüngere müssen dagegen stärkere Rücksicht aufs eigene Portemonnaie nehmen.

Reiseziel Nummer eins bleibt – über alle Einkommens- und Altersgrenzen hinweg – das eigene Land. Fast jeder dritte Urlauber passierte auf dem Weg ins Feriendomizil keine Grenze. Zudem zählte die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) gleich acht Prozent mehr ausländische Gäste als im Jahr zuvor. Dafür machte die Zentrale ein „gutes Preis-Leistungs-Verhältnis“ verantwortlich. Das überzeugte vor allem in Asien, freute sich DZT-Chefin Petra Hedorfer. 

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