Der Polizistenmord von Dallas
Der Konflikt kocht über

Die USA erleben derzeit eine Eskalation des Konfliktes zwischen Polizei und schwarzer Bevölkerung. Das Land muss aber endlich aus dem Teufelskreis von Gewalt und Gegengewalt finden – sonst droht eine Zerreißprobe.

Samstag, 09.07.2016, 00:07 Uhr

 
  Foto: dpa

Die USA erleben derzeit eine Eskalation des Konfliktes zwischen Polizei und schwarzer Bevölkerung. Die Ursachen liegen im Rassismus und in der Segregation. Durch Handyvideos wird inzwischen die Brutalität der Polizei entlarvt: Das hilft den Opferfamilien, die so endlich ernst genommen werden. Doch die schrecklichen Bilder nähren in den Vorstädten gleichzeitig Wut und Ohnmachtsgefühle. Das Land muss aber endlich aus dem Teufelskreis von Gewalt und Gegengewalt finden – sonst droht eine Zerreißprobe.

Was muss getan werden? Erstens sollte die Reform der Polizei schnell voranschreiten. Die Einbindung von Polizisten aus allen ethnischen Gruppen, neue Formen des Dialogs – mehr Vertrauen auf beiden Seiten hilft weiter. Das erfordert Zeit und Geduld. Zweitens muss der Besitz von Waffen deutlich eingeschränkt werden. Polizisten schießen in den USA zu schnell, doch man darf nicht vergessen: Auch sie werden ständig zum Opfer von Schüssen, wie die Vorfälle in Dallas besonders krass belegen. Die Verfügbarkeit von Waffen verstärkt die tödliche Spirale aus Angst und Hass.

Zum Dritten zeigt sich, dass Politiker der Marke Donald Trump dem Land eine Bärendienst erweisen, weil sie den Konflikt gezielt anheizen, um daraus politisches Kapital zu schlagen. Trump ist Gift für eine Nation, die endlich ihre tiefen Gräben überwinden muss.

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