Unterricht in Gelsenkirchen gefährdet
Lehrer werden ins Ruhrgebiet "abgeordnet"

Münster/Gelsenkirchen -

Die Not ist groß: Die Bezirks­regierung in Münster sucht verzweifelt Lehrerinnen und Lehrer, die in Grundschulen der Stadt Gelsenkirchen den Unterricht aufrechterhalten.

Donnerstag, 16.03.2017, 19:03 Uhr

Der Unterricht in Gelsenkirchen ist akut „gefährdet“.
Der Unterricht in Gelsenkirchen ist akut „gefährdet“. Jetzt werden Lehrer aus dem Münsterland "abgeordnet". Foto: dpa

Ein Grund ist der zuletzt starke Zuzug von kinder­reichen Familien vor allem aus Südost-Europa in die Ruhrgebietsstadt. Um den Unterricht dort zu gewährleisten, müssen jetzt Lehrer auch aus dem Münsterland abgeordnet werden.

Schwierige Situation

„Die Situation im Schul­bereich Gelsenkirchen ist aktuell schwierig“, bestätigt Sigrun Rittrich , Sprecherin der für die Schulaufsicht zuständigen Bezirksregierung in Münster. Durch den Zuzug vieler Familien aus Osteuropa würden viele Kinder an den Schulen angemeldet.

Neue Klassen würden ge­bildet – doch gerade in der Ruhrgebietstadt gibt es zu wenig Lehrerinnen und Lehrer, die in diesen unter­richten können. Rittrich: „Wir haben alles versucht. Ausschreibungen, Werbung oder Quereinsteiger – es ­haben sich einfach zu wenige Bewerber für die Stellen in Gelsenkirchen gefunden.“

Die Schulämter in den ­Städten Münster und Bottrop ­sowie der Kreise Warendorf und Coesfeld wurden nun aufgefordert, Pädagogen ins nördliche Ruhrgebiet „abzuordnen“. Konkret geht es um 22 Lehrkräfte, die freiwillig die „prekäre Situation“ dort wenigstens für ein Schuljahr abmildern sollen. Bisher haben sich fünf frisch ein­gestellte Lehrer gefunden, die ins Ruhrgebiet gehen.

Dem Land fehlen 10 000 Mitarbeiter

Landesweit gab es Ende 2016 allein an Schulen 4300 unbesetzte Stellen. Über alle Bereiche fehlen dem Land sogar 10 000 Mitarbeiter. CDU-Finanzexperte Markus Optendrenk rügte, Rot-Grün ignoriere, „dass wir ein ernstes Problem haben“.

Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) zeigte sich zwar unzufrieden mit der Lage, die sei aber nicht un­typisch. In den Schulen lasse der Druck wieder nach, weil weniger Flüchtlingskinder unterrichtet werden müssen.

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