Trump
Das große Köpferollen

Washington -

Ein Paukenschlag jagt den nächsten: Kommunikationsdirektors Anthony Scaramucci ist das jüngste Beispiel für Donald Trumps eigenwillige Personalentscheidungen. Der neue Hoffnungsträger des US-Präsidenten heißt John Kelly.

Dienstag, 01.08.2017, 16:08 Uhr

Neuer Ärger:  US-Präsident Donald Trump soll persönlich hinter einer irreführenden Stellungnahme zu den Russland-Kontakten seines Sohns im Wahlkampf stecken.
Neuer Ärger:  US-Präsident Donald Trump soll persönlich hinter einer irreführenden Stellungnahme zu den Russland-Kontakten seines Sohns im Wahlkampf stecken. Foto: dpa

Chaos? Welches Chaos? Nur Stunden, nachdem Donald Trump in einem Tweet festgestellt hatte: „Kein Chaos im Weißen Haus!“, drang die Meldung von der Entlassung seines Kommunikationsdirektors Anthony Scaramucci an die Medien. Zehn Tage hatte sich der Abteilungsleiter an seinem neuen Job erfreuen können, dann ließ der Präsident ihn von Secret Service-Beamten vom Gelände der Regierungs-Schaltzentrale leiten. Es war der nächste Paukenschlag nach dem forcierten Rücktritt von Stabschef Reince Priebus. Beobachter müssen lange zurückdenken, um sich an ähnlich dramatische Tage zu erinnern. Vor allem die turbulente Ära Richard Nixons während des „Watergate“-Skandals bietet Vergleichbares.

Kurzarbeiter unter Trump

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  • Michael Flynn

    Dubiose Russland-Kontakte: Dem Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn werden im Februar nach nur dreieinhalbwöchiger Amtszeit seine Russland-Connections zum Verhängnis. Gegenüber Vizepräsident Mike Pence hat er irreführende Angaben zu seinen Telefonaten mit dem russischen Botschafter gemacht.

    Foto: Andrew Gombert
  • James Comey

    Geheimdienst-Chef im Abseits: Der von Barack Obama ernannte Direktor der Bundespolizei FBI James Comey wird überraschend im Mai gefeuert. Der Präsident liefert dafür wechselnde Begründungen. Eine ist „dieses Russland-Ding“, also die von Comey geführte Untersuchung der dubiosen Russland-Kontakte von Trumps Team.

    Foto: Carolyn Kaster
  • Sean Spicer

    Gegenstand für Satire und Liebling der Comedians: Der Pressesprecher Sean Spicer tritt Ende Juli zurück, nachdem Scaramucci zum neuen Kommunikationschef – und damit zu seinem neuen Vorgesetzten – ernannt worden ist. Der Abgang seines Sprechers wird von Trump zweifellos goutiert. Der Sprecher gab von Anfang an eine unglückliche Figur ab.

    Foto: Andrew Harnik
  • Reince Priebus

    Fiel bei Trump in Ungnade: Eine Woche nach Spicer wirft auch der Stabschef hin. Vorangegangen ist eine Kampagne des neuen Kommunikationschefs gegen Reince Priebus. Scaramucci bezichtigt ihn, hinter der Weitergabe von Insider-Informationen an Medien zu stecken. Trump hält Priebus für nicht durchsetzungsfähig genug.

    Foto: Jim Lo Scalzo
  • Sally Yates

    Sie stellt sich gegens Trumps Einreiseverbot: Kurz nach seiner Amtseinführung entließ der US-Präsident die kommissarische Justizministerin der Vereinigten Staaten, Sally Yates. Ihr wurde vorgeworfen, sich geweigert zu haben, Donald Trumps Einreiseverbot zu verteidigen und „das Justizministerium verraten“, wie das Weiße Haus mitteilte.

    Foto: dpa
  • Anthony Scaramucci

    Einfach zu vulgär: Mit zehn Tagen hält der Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci den Rekord – so kurz war bislang kein anderer hochrangiger Regierungsmitarbeiter Trumps im Amt. Mit seinem Mobbing gegen Priebus hat Scaramucci wohl im Sinne des Präsidenten gehandelt. Doch hat er mit seinen Unflätigkeiten gegen Trump-Mitarbeiter den Bogen überspannt.

    Foto: Pablo Martinez Monsivais

Amerika reibt sich erneut die Augen und stellt sich Fragen, wie die „ Washington Post “ gestern formulierte: Wie kann die Welle an Negativmeldungen gebremst werden, die auch den konservativen Volksvertretern bei den Kongress-Zwischenwahlen im kommenden Jahr erheblich schaden könnte? Und: Kann der neue starke Mann unter Trump – Ex-General John Kelly den Präsidenten so beeinflussen, dass sich nach sechs Monaten die Stimmungslage im Land ändert?

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Dann kommt schon die nächste Hiobsbotschaft in Form eines internen „Leaks“ an die Medien. Trump soll seinem Sohn Donald jr. höchstpersönlich eine irreführende Erklärung zu dem umstrittenen Treffen mit einer russischen Anwältin im Juni 2016 diktiert haben – ein Vorgang, der nach Ansicht von Rechtsexperten den Präsidenten in den laufenden Ermittlungen in juristische Probleme bringen könnte. Genug Arbeit gibt es also für John Kelly.

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