Investitionsstau in Krankenhäusern
Münsterland: Jährlich fehlen 97,2 Millionen

Düsseldorf -

Den Krankenhäusern im Münsterland fehlen jedes Jahr 97,2 Millionen Euro für notwendige Investitionen in die Gebäude und medizinische Geräte. Die jährlich vom Land und den Kommunen gezahlten Fördermittel von 43,9 Millionen Euro decken nur etwa ein Drittel des jährlichen Investitionsbedarfs von rund 141 Millionen Euro. Diese Zahlen hat am Donnerstag die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen vorgelegt: In den vergangenen Jahren hat sich danach im Münsterland ein Investitionsstau von 1,25 Milliarden Euro gebildet.

Donnerstag, 31.08.2017, 21:08 Uhr

Jochen Brink 
Jochen Brink  Foto: dpa

Landesweit hat sich sogar das Zehnfache angestaut. Jährlich fehlten den 352 Kliniken in NRW eine Milliarde Euro, beklagte der Präsident der Krankenhausgesellschaft Jochen Brink. Mit 530 Millionen Euro trage das Land nur ein Drittel des Investitionsbedarfs von 1,5 Milliarden Euro. Errechnet hat die Werte das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung RWI.

Mit 39,1 Millionen Euro Investitionsbedarf stehen die zehn Krankenhäuser in den Kreisen Borken und Coesfeld in der Region an der Spitze, sie bekommen aber nur zwölf Millionen vom Land. In Münster müssten die acht Krankenhäuser 34,6 Millionen Euro investieren, sie erhalten aber nur 10,9 Millionen Euro Fördermittel. Im Kreis Steinfurt (acht Kliniken) stehen 33,3 Millionen Euro Bedarf nur 9,1 Millionen Euro gegenüber. In den zusammengefassten Kreisen Warendorf und Gütersloh (sieben) kommen nur 11,9 Millionen Euro an, 34,1 würden benötigt.

„Manchmal bleibt den Kliniken nur, dafür nicht vorgesehene Mittel einzusetzen, um drängendste Probleme zu lösen“, sagte Brink. Das Geld fehle dann für Personal und für Sachmittel, die Patienten bekämen die Folgen zu spüren. Zwingende Investitionen könnten ein moderner Kernspintomograph oder verbesserter Brandschutz sein. Als „respektables Zeichen“ begrüßte Brink die Ankündigung von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann , dass das Land noch dieses Jahr weitere 250 Millionen Euro bereitstellt.

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