Kabinettsbeschluss
NRW erhält eine Opferschutzbeauftragte

düsseldorf -

Wenn in rund zehn Tagen in Düsseldorf der Strafprozess zur Loveparade-Tragödie beginnt, hoffen viele Opfer, damit auch einen quälend langen inneren Prozess abschließen zu können.

Dienstag, 28.11.2017, 18:11 Uhr

E. Auchter-Mainz
E. Auchter-Mainz Foto: dpa

Für sie hat das Land einst einen Ombudsmann eingesetzt. In Zukunft soll es für alle, die Opfer einer Straftat geben, eine Ansprechpartnerin geben: Am Dienstag stellte Justizminister die erste Opferschutzbeauftragte des Landes vor. Bereits ab Freitag wird die ehemalige Kölner Generalstaatsanwältin Elisabeth Auchter-Mainz ihre Arbeit aufnehmen.

Die 66-Jährige wird dabei in Köln durch ein dreiköpfiges Team unterstützt. „Wir wollen das Vertrauen in die Justiz wiederherstellen“, begründete Biesenbach den Beschluss des Kabinetts. Jede Polizeidienststelle werde ihre Telefonnummer erfahren und an Opfer weitergeben. Aufgabe der Opferschutzbeauftragten sei es unter anderem, Betroffenen Hilfen zu vermitteln und „Türen zu öffnen“.

Der Minister lobte Auchter-Mainz als „Idealbesetzung“: Sie habe schon als Staatsanwältin in verschiedenen Positionen die Opfer in den Fokus genommen und als Leiterin der Aachener Staatsanwaltschaft ein Sonderdezernat geschaffen, das sich Verbrechen mit Senioren als Leidtragenden widmete. „Wir werden für alle, die Opfer einer Straftat – gleich welcher Art – geworden sind, da sein“, versicherte die Juristin. Sie wolle sich auch politisch um Opferbelange kümmern: „Ich werde nicht bequem sein, denn dieses Amt ist nicht bequem.“

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