Landesparteitag der Grünen
Felix Banaszak zum Parteichef auf Probe gewählt

Kamen -

Parteichef auf Probe: Die NRW-Grünen haben am Samstag den 29-jährigen Felix Banaszak aus Duisburg zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Allerdings gilt seine Amtszeit in der Doppelspitze nur bis Juni. Dann will die Ökopartei den kompletten Landesvorstand und den inhaltlichen Kurs festlegen.

Samstag, 20.01.2018, 14:01 Uhr

Felix Banaszak, neu gewählter Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen in Nordrhein-Westfalen.
Felix Banaszak, neu gewählter Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen in Nordrhein-Westfalen. Foto: dpa

Gleich drei Kandidaten haben sich am Samstag um die Nachfolge des bisherigen Co-Vorsitzenden Sven Lehmann beworben. Er ist jetzt Bundestagsabgeordneter und hat das Parteiamt deshalb abgegeben. Mit 151 und 56,6 Prozent der abgegebenen Stimmen setzte sich Banaszak am Samstag beim Landesparteitag in Kamen gegen Grünen-Schatzmeister Wolfgang Rettich aus Bochum durch. Der 39-Jährige erhielt 109 Stimmen (40,8 Prozent). Der dritte unerwartet angetretene Bewerber Felix Naumann aus Düsseldorf, erst vor zwei Monaten in die Partei eingetreten, erhielt keine Stimme. Mona Neubaur bleibt Co-Landeschefin.

Banaszak warb bei den Delegierten für einen selbstbewussten Neustart nach der verlorenen Landtagswahl . „Wir haben den Atomausstieg erkämpft - und das Rathaus in Telgte“, betonte er. Die Partei solle mit umwelt- und sozialpolitischem Profil zu „alter, neuer Stärke“ finden, indem sie sich wieder für Bürger und Bewegungen öffne. „Wir suchen den Schulterschluss mit denen draußen, die in unsere Richtung gehen wollen.“

Im Juni wollen die NRW-Grünen einen neuen verkleinerten Vorstand wählen und ihr inhaltliches Profil neu bestimmen. Beides ist eine direkte Konsequenz der verlorenen Landtagswahl. Das davon geprägte Lebensgefühl der NRW-Grünen fasste Julia Mayer aus Bonn in zwei Worte: „Ziemlich ernüchternd“ bilanzierte sie beim Landesparteitag der Grünen das vergangene Jahr. „Zwei Wahlen, keine Machtoption.“ Opposition in Düsseldorf und Berlin - die Ökopatei kämpft um neue Relevanz bei den Wählern.

Dafür wird zuerst der Markenkern Umwelt- und Klimaschutz poliert. „Es ist Europas Fußabdruck, der im CO2-Sumpf versinkt“, sagte Co-Landesvorsitzende Neubaur. Die Antworten dafür seien grün. Union und SPD vertagten einfach die Herausforderung des Klimawandels, meide einen konsequenten Kurs zum zwingenden Kohleausstieg: „Es ist viel bequemer, die Ziele aufzuweichen, statt sich mit der Kohlelobby anzulegen“, zielte sie auch auf NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

Auf der Suche nach der Relevanz sollten die Grünen die Bewegungen für einen Kohleausstieg nutzen, empfahl der Vize-Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Oliver Krischer, den Delegierten. „Wir haben eine gesellschaftliche Mehrheit für erneuerbare Energien.“ Er verwies auf Umfragen, wonach eine Mehrheit der Bürger ein früheres Auslaufen des Braunkohlentagebaus unterstütze. Auch Fraktionsgeschäftsführerin Britta Haßelmann forderte von ihrer Partei den Schulterschluss mit Umweltverbänden und Protestbewegungen: „Wir brauchen den Druck aus der Zivilgesellschaft in den Parlamenten.“

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