CDU startet „Zuhör-Tour“
„Das Salz in der Suppe“

Münster -

„Sie haben das Wort“, sagt Annegret Kramp-Karrenbauer. Und dann hört sie zu. Ausdauernd, zugewandt, mal mit nachdenklichem Blick, dann wieder leicht nickend. Sie fasst Wortbeiträge zusammen, schlägt Brücken zwischen einzelnen Themenfeldern, stellt Gegenfragen. Macht sich Notizen. Viele Notizen.

Sonntag, 27.05.2018, 19:04 Uhr

Zuhören und nochmals zuhören: Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Generalsekretärin, absolvierte am Sonntag die 14. Etappe ihrer Gespräche mit der Basis. Im LWL-Museum traf sie sich mit CDU-Mitgliedern aus dem Münsterland.
Zuhören und nochmals zuhören: Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Generalsekretärin, absolvierte am Sonntag die 14. Etappe ihrer Gespräche mit der Basis. Im LWL-Museum traf sie sich mit CDU-Mitgliedern aus dem Münsterland. Foto: Matthias Ahlke

„Das nehme ich mit.“ Mehrmals fällt dieser Satz. Ganz anders als bei der sonst auch in der CDU gepflegten Berlin-erklärt-der-Basis-die-Welt-Methode. Diesmal werden keine Antworten aufgetischt, sondern Fragen notiert. Viele Fragen.

„Zuhör-Tour“ lautet der erste Schritt auf dem Weg zum neuen Grundsatzprogramm der Christdemokraten. Annegret Kramp-Karrenbauer , als Generalsekretärin der Partei noch frisch im Amt, absolviert bis Mitte Juli über 40 Termine. Ein Marathon, an dessen Ziellinie ein authentischer Mix aus Statements und Stimmungen die Belohnung darstellen wird.

CDU startet „Zuhör-Tour“

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  • CDU startet „Zuhör-Tour“ Foto: Matthias Ahlke
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Am Sonntag hört Kramp-Karrenbauer im LWL-Museum in Münster zu. Termin Nummer 14. Rund 150 CDU-Mitglieder aus dem Münsterland sind vor Ort, neugierig auf die neue Generalin, aber auch gut präpariert. Tilo Schumann aus dem Konrad-Adenauer-Haus, Moderator auf der Tour, erkennt beim Blick auf die Themen-Pinnwand sehr schnell: „Pflege und Gesundheit, Arbeit, Soziales und Rente – das sind bei ihnen Schwerpunkte.“ Das war in Konstanz anders, ebenso in Minden und Mainz. Annegret Kramp-Karrenbauer gefällt die Mischung, denn das Grundsatzprogramm von 2007 benötigt Input – „ein neues Kapitel allein wird nicht ausreichen“. Selbst Gewissheiten, so erklärt die Merkel-Vertraute, „müssen heute neu erklärt werden“.

Die Partei-Basis beweist, obwohl draußen die Sonne auf den Domplatz lockt, Diskussionsfreude. Henning Rehbaum, MdL aus Sendenhorst, fragtbesorgt nach der Zukunft der sozialen Marktwirtschaft. Elisabeth Schüttgen, kfd-Teamsprecherin aus Laggenbeck, wünscht Nachbesserungen bei der Mütterrente. Anne-Kathrin Schulte, Ratsfrau in Telgte, fragt, warum die Arbeit in der Pflege so schlecht organisiert wird, dass junge Leute diesen Beruf meiden – „eine Unverantwortlichkeit“. Es geht Schlag auf Schlag.

Nur ganz selten wird die Zuhör-Tour zur Erklärstunde. Denn die offenen und auch kritischen Hinweise, so sagt Kramp-Karrenbauer, sind das „Salz in der Suppe“. Gewünscht werde ein „produktiver Streit in der Sache“. Auch dafür gibt es Beifall.

Soziale Marktwirtschaft, Lebensleistung, Generationengerechtigkeit – Kramp-Karrenbauer erkennt in den Beiträgen eine Grundsatzfrage: Soll man Daseinsfürsorge und -vorsorge aus der marktwirtschaftlichen Systematik herausnehmen? „Das ist hochspannend. Denn es geht darum, ob der Staat stärker regulierend eingreifen muss.“

Bildung, Föderalismus, Zuwanderung, AfD – nach eineinhalb Stunden endet der Gedankenaustausch, der nur ein Anfang sein soll. Die Antwort-Tour soll kommen.

Peter Paziorek, lange im Bundestag und früher Regierungspräsident in Münster, ist am Anfang gespannt auf den Vormittag. Mit Kramp-Karrenbauer hat er schon vor zig Jahren am CDU-Grundsatzprogramm mitgewirkt. Nach 90 Minuten ist er von der Lebendigkeit der Diskussion angetan: „Klasse. Wie in den 80er Jahren bei der Jungen Union.“

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