Asylstreit
Gegenspieler: Gesundheitsminister Jens Spahn unterstützt CSU-Position

Berlin -

Die Schwesterparteien CDU und CSU liegen mächtig über Kreuz. Öl ins Feuer gießt auch der Ahauser CDU-Politiker Jens Spahn. Und das nicht zum ersten Mal.

Donnerstag, 14.06.2018, 19:42 Uhr

Jens Spahn (Bildmitte) unterhält sich gestern im Bundestag mit Parteifreunden und Abgeordneten.
Jens Spahn (Bildmitte) unterhält sich gestern im Bundestag mit Parteifreunden und Abgeordneten. Foto: dpa

Wieder Jens Spahn, ausgerechnet. „Er zündelt“, sagt einer der teilnehmenden CDU-Politiker am Rand der Fraktionssitzungen in Berlin vielsagend. Schon am Morgen hatte der bekannte und bekennende Merkel-Kritiker als einziger im CDU-Präsidium sich nicht hinter den Kurs der CDU-Führung und damit gegen die Kanzlerin gestellt. Spahn hatte seine Zustimmung ausdrücklich offen gelassen und ans Votum der CDU-Bundestagsfraktion gebunden.

Am Nachmittag geht es ähnlich weiter. Auch in der Fraktion bleibt der amtierende Gesundheitsminister, der im Kreis Borken seinen Wahlkreis hat, bei seiner Haltung, dass Flüchtlinge unter bestimmten Voraussetzungen auch an der deutschen Grenze zurückgewiesen werden können. Nicht sein erster Konflikt mit der Parteiführung um Merkel und Fraktionschef Volker Kauder. Doppelte Staatsbürgerschaft, Verjüngung der Partei, Bilder mit dem US-Botschafter jetzt Flüchtlingspolitik – viele in der Partei und er selbst sehen Spahn durchaus als Mann der Zukunft, der das aus ihrer Sicht geschliffene konservative Profil der Union wieder schärfen kann.

Der 39-Jährige sammelt seit Jahren Truppen in der eigenen Partei, bildet Netzwerke aber auch darüber hinaus. Vor einem halben Jahr traf er sich mit FDP-Chef Christian Lindner (auch aus NRW stammend und Mieter seiner Dachgeschoss-Wohnung in Berlin) und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. Zufällig wurde von dem Treffen in einer Pizzeria in Berlin ein Bild geschossen, das auch den Weg in die Medien fand.

Zufall? Oder doch eine gezielte Botschaft, dass sich hier drei „mittelalte“ Politiker für die Zeit nach Merkel vorbereiten und ein konservativ-liberales Bündnis schmieden? Verbindungen und Ziele gibt es genug, politische und persönliche. Doch auch politische und persönliche Vorbehalte gegen den Mann, der selbst über sich sagt: „Es wäre falsch, keinen Ehrgeiz zu haben.“

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