Ein Jahr nach der Massenflucht der Rohingya
„Wir brauchen eine langfristige Lösung“

Susanna Krüger, Geschäftsführerin von „Save the Children“ Deutschland, erhebt im Umgang mit dem Rohingya-Problem schwere Vorwürfe gegen die Weltgemeinschaft. Ein Gespräch mit Claudia Kramer-Santel. Titel

Freitag, 24.08.2018, 18:52 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 24.08.2018, 18:52 Uhr
Susanna Krüger
Susanna Krüger Foto: Save the Children

Susanna Krüger , Geschäftsführerin von „Save the Children“ Deutschland, erhebt im Umgang mit dem Rohingya-Problem schwere Vorwürfe gegen die Weltgemeinschaft. Ein Gespräch mit Claudia Kramer-Santel .

Sie waren selbst noch vor einigen Monaten im Flüchtlingslager Cox‘s Bazar. Wie ist die Lage?

Krüger : Sie ist furchtbar. Der Boden ist schlammig, die Unterkünfte dürftig, 55 Prozent der zuletzt rund 700 000 Geflüchteten dort sind Kinder unter 18 Jahre. Eine von uns initiierte Studie ergibt: Fast 70 Prozent der befragten Jungen und Mädchen wurden im Verlauf der brutalen Angriffe von ihren Eltern getrennt. Wir haben rund 100 Räume für diese Kinder eingerichtet, wo sie Betreuung erhalten, während wir nach ihren Angehörigen suchen. Ein Jahr später ist klar, dass es für viele keine Vereinigung mit ihrer Familie geben wird.

Ist eine Rückkehr möglich?

Krüger : Wenn wir uns vergegenwärtigen, dass die meisten Kinder traumatisiert sind, wäre es undenkbar, sie ohne Schutzkorridor einfach gehen zu lassen. Die internationale Gemeinschaft muss sich für eine langfristige Lösung der Krise einsetzen, die den Rohingya-Flüchtlingen eine sichere, würdevolle und freiwillige Rückkehr erlaubt.

Hat die Weltgemeinschaft bislang versagt?

Krüger : Ich würde sagen, ja. Die Welt hat zugeschaut und nicht genug getan, die Täter der barbarischen Angriffe zur Rechenschaft zu ziehen. Eine unabhängige Untersuchung ist dringend gefordert. Bangladesch muss außerdem viel mehr Unterstützung erhalten.

Claudia Kramer-Santel

Titel

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5997747?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F199%2F
Das Friedenslicht ist auf dem Weg durchs Münsterland
Das Friedenslicht erreicht am Sonntag Münster und wurde in einem feierlichen Gottesdienst weitergegeben.
Nachrichten-Ticker