Politischer Aschermittwoch
Wenn ein Bayer den Marsch bläst: EVP-Spitzenkandidat Weber in Recke

Recke -

Manfred Weber, Spitzenkandidat der konservativen europäischen Parteienfamilie EVP bei der Europawahl, war zu Gast beim politischen Aschermittwoch in Recke. Für seine klaren Ansagen bekam er jede Menge Beifall.

Mittwoch, 06.03.2019, 22:38 Uhr
Manfred Weber wusste beim politischen Aschermittwoch in Recke zu überzeugen. Für seine klaren Ansagen kassierte er von den mehr als 2000 Gästen immer wieder Beifall.
Manfred Weber wusste beim politischen Aschermittwoch in Recke zu überzeugen. Für seine klaren Ansagen kassierte er von den mehr als 2000 Gästen immer wieder Beifall. Foto: Heinrich Weßling

Blasmusik gehört zum politischen Aschermittwoch – erst recht, wenn ein Bayer einzieht. Aber beim größten politischen Aschermittwoch des Nordens erklingt nicht wie morgens tief im Süden der Defiliermarsch. Nein: „Glück auf! Der Steiger kommt“ spielt der Musikverein Blau-Weiß Espel – Recke bleibt Bergbaugemeinde, auch wenn seit dem Jahreswechsel keine Kohle mehr gefördert wird. Zweimal muss Manfred Weber an diesem Tag in die Bütt – morgens Passau, abends Recke. Der Spitzenkandidaten der konservativen europäischen Parteienfamilie EVP entschuldigt sich in Recke für seine „angeschlagene Stimme“, doch ihm ist keine Spur Müdigkeit anzumerken – und kein Mangel an Angriffslust.

Der Bayer bläst dem politischen Gegner den Marsch – deutlich. „Wir wollen dieses Europa, das von Christdemokraten gegründet worden ist. Und wir werden es nicht den Populisten und den Nationalisten überlassen“, betont der CSU-Politiker mit Blick auf Prognosen, die (Rechts-)Populisten starke Zuwächse bei den Wahlen im Mai voraussagen. Weber erinnert an Europa als Friedensprojekt. Und: „Europa ist das Wohlstandsversprechen, das uns stark gemacht hat.“ Starker Beifall bestärkt den EVP-Spitzenkandidaten.

Forderung nach „Marshallplan für Afrika“

Klare Worte findet er in der Migrationsdebatte: „Europa müsse in der Lage sein, dass wir unsere europäischen Außengrenzen kontrollieren“, ruft er unter Beifall in das rot-weiß geschmückte Zelt. „Die Bürger erwarten, dass die Politik in der Lage ist zu kontrollieren, wer auf unserem Territorium ist.“ Beifall der mindestens 2000 Zuhörer.

Ein zweiter Punkt sei ihm aber ebenso wichtig, betont er sofort: „Wir sind ein reicher Kontinent, wir können vielen Menschen helfen. Grenzen sichern und weiter hilfsbereit sein, dass ist der Weg, den wir als Christdemokraten und als Europäische Volkspartei gehen wollen.“ Im gleichen Zug fordert er einen „Marshallplan für Afrika“.

Minutenlanger Beifall der 2000 Zuhörer 

Klare Ansagen sind es, für die Weber Beifall erntet. Die Türkei in der EU? Nicht, falls er Nachfolger von Jean-Claude Juncker wird. „Wenn ich Kommissionspräsident der EU werde, dann verspreche ich, dass ich die Dienste der EU anweisen werde, die Gespräche zum Beitritt der Türkei zur Europäischen Union zu beenden.“

Klare Kante zeigt er auch im Handelsstreit mit den USA. Die EU strecke US-Präsident Donald Trump die Hand entgegen, sei bereit über die Abschaffung fast aller Zölle zu reden. „Aber Europa kann man in Handelsfragen nicht erpressen“, betont Weber. Verhandlungen könne es „nur auf Augenhöhe“ geben.

„Ich bin stolzer Bayer, ich bin Deutscher, ich bin Europäer“, ruft Weber zum Schluss. „So wie ihr Münsterländer, Deutsche und Europäer seid. Ich lasse mir von keinem Populisten und Nationalisten einreden, dass das ein Widerspruch ist.“

Wie Weber dem politischen Gegner den Marsch bläst, das kommt an. Am Schluss hält es die 2000 Zuhörer nicht mehr auf den harten Stühlen. Stehend spenden sie minutenlang Beifall. Ganz klar: Die Watschn saßen! Dieser Bayer kann politischen Aschermittwoch.

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