Amthors Antwort bleibt aus
Ziemiak lädt Youtuber Rezo nach Kritik zu Meinungsaustausch ein

Ein Video des Youtubers Rezo bringt derzeit die CDU ins Straucheln. Zunächst war eine Video-Antwort durch Philipp Amthor angekündigt worden. Doch nun rudert die Partei zurück. Ein persönliches Gespräch soll die Wogen glätten.

Donnerstag, 23.05.2019, 12:10 Uhr aktualisiert: 23.05.2019, 14:51 Uhr
Die undatierte Aufnahme zeigt den YouTuber Rezo.
Die undatierte Aufnahme zeigt den YouTuber Rezo. Foto: -

Berlin (dpa) - Die CDU hat den Youtuber Rezo zum Meinungsaustausch eingeladen und dessen Kritik als teilweise berechtigt bezeichnet. „Lass uns über Deine Kritik an der CDU sprechen, aber bitte höre auch uns zu, wie wir die Dinge sehen“, schrieb Generalsekretär Paul Ziemiak am Donnerstag bei Twitter .

„Nicht als Show, sondern so, wie die meisten Menschen bei uns: aus Sorge über unsere Zukunft und über Wege, unseren Planeten zukunftsfest zu machen, über Ideen für bessere Lösungen. Lass uns treffen, damit mir miteinander sprechen können.“ Ob Rezo auf das Angebot zum Meinungsaustausch eingehen wird, blieb zunächst offen. Ziemiak hatte am Mittwoch mit Blick auf Rezos Video noch von Falschbehauptungen gesprochen. In dem Video heißt es, die CDU zerstöre „unser Leben und unsere Zukunft“.

Ein ursprünglich als Reaktion auf die kritischen Äußerungen des Youtubers geplantes Internet-Video des jungen Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor wollte die CDU nicht veröffentlichen. Darauf hat man sich nach dpa-Informationen in der Parteispitze geeinigt.Ziemiak kündigte an, auch Amthor werde zu einem Treffen mit Rezo kommen. Er schloss mit den Worten: „Dein Paul.“

Ziemiak bot Rezo ein Gespräch an, wie man das seit 70 Jahren in der CDU mache: „Wir zerstören einander nicht, sondern wir hören einander zu, wir reden miteinander, wir finden gemeinsame Lösungen.“ Ziemiak räumte ein: „Wir machen nicht alles richtig. Du hast Kritikpunkte benannt, die berechtigt sind. Wir können beim Klimaschutz noch mehr tun, mit besseren Technologien und guten Ideen.“

Die Lösungen müssten jedoch „so sein, dass die Menschen in Deutschland unseren Weg akzeptieren und nicht aus Wut über Preise und Vorschriften zu „Gelbwesten“ werden“, schrieb Ziemiak weiter. In der Diskussion um Uploadfilter im Internet, an der sich scharfe Kritik gerade junger Menschen und von Youtubern und Bloggern entzündet hatte, „haben wir nicht den richtigen Ton angeschlagen, das können wir besser“, gab der CDU-Generalsekretär zu.

In dem Video Rezos heißt es, die CDU zerstöre „unser Leben und unsere Zukunft“. Es wurde bis Donnerstagmittag fast fünf Millionen Mal geklickt. Rezo wirft den Christdemokraten unter anderem vor, beim Klimawandel untätig zu sein, Politik für Reiche zu machen und „krasse Inkompetenz“ beim Thema Urheberrecht und Drogenpolitik an den Tag zu legen.

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