Jahrelange Ischias-Probleme
Juncker: Alkoholvorwürfe haben mich am Anfang sehr gestört

Brüssel (dpa) - Den scheidenden EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker haben Alkoholvorwürfe gegen ihn nach eigener Aussage zunächst getroffen. «Am Anfang hat mich das sehr gestört», sagte Juncker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Dienstag.

Montag, 28.10.2019, 17:40 Uhr aktualisiert: 28.10.2019, 17:42 Uhr
Ischias-Probleme haben dem scheidenden EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker jahrelang Gerüchte über Alkoholmissbraucdh eingebracht.
Ischias-Probleme haben dem scheidenden EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker jahrelang Gerüchte über Alkoholmissbraucdh eingebracht. Foto: Jean-Francois Badias

«Mittlerweile interessiere ich mich nicht mehr für solche Behauptungen», sagte er weiter. Juncker hatte in der Vergangenheit mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Beim Nato-Gipfel 2018 etwa wankte und taumelte er, mehrere Staats- und Regierungschefs mussten ihn stützen.

Die EU-Kommission erklärte dazu, er habe Ischias-Probleme gehabt. Mutmaßungen über etwaigen Alkoholkonsum verbat Juncker sich. Politiker der AfD und der österreichischen rechten FPÖ forderten damals Junckers Rücktritt.

Auch bei anderen Gelegenheiten verwies Juncker in der Vergangenheit auf seine Ischias-Probleme, etwa bei einem Auftritt im irischen Parlament, wo er beim Treppensteigen wackelig wirkte und sagte: «Ich habe einige Probleme beim Laufen. Ich bin nicht betrunken. Ich habe Ischias-Probleme. Ich wäre lieber betrunken. Hah!» Der Ischias ist ein Nerv auf Hüfthöhe, Reizungen können ins Bein ausstrahlen.

«Man kann nicht Trump in die Knie zwingen, wenn man betrunken ins Weiße Haus geht», sagte Juncker nun. Er hatte dem US-Präsidenten im vergangenen Jahr den vorläufigen Verzicht auf Zölle auf EU-Autoimporte abgerungen.

Juncker ist seit 2014 EU-Kommissionschef, davor prägte er als luxemburgischer Premier- und Finanzminister sowie als Eurogruppenchef jahrzehntelang die europäische Politik. Seine Amtszeit endete ursprünglich am 31. Oktober, die neue EU-Kommission von Ursula von der Leyen kann wegen Verzögerungen bei den Kommissarsnominierungen allerdings erst verspätet starten.

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