Jeder fünfte 15-Jährige kann nicht auf Grundschulniveau lesen
Erneut nur Pisa-Mittelmaß

Berlin/Münster -

Deutsche Schülerinnen und Schüler haben bei der Pisa-Erhebung von 2018 erneut nur mittelmäßig abgeschnitten. Zwar lagen die am Dienstag von der OECD präsentierten Ergebnisse allesamt leicht über dem Durchschnitt, im Vergleich zu früheren Erhebungen verschlechterten sich jedoch insbesondere die Ergebnisse in Mathematik und den Naturwissenschaften.

Dienstag, 03.12.2019, 19:16 Uhr
Eine Schülerin meldet sich in einem Klassenzimmer in einem Gymnasium während des Englischunterrichts.
Eine Schülerin meldet sich in einem Klassenzimmer in einem Gymnasium während des Englischunterrichts. Foto: Marijan Murat/dpa

Zudem liegt der Anteil der leistungsschwachen Schüler mit rund 20 Prozent um bis zu fünf Prozent höher als bei vergangenen Erhebungen.

Länder wie China und ­Singapur haben Deutschland in allen Kompetenz-Bereichen meilenweit abgehängt. In Europa schneiden Länder wie Estland und Finnland ebenfalls deutlich besser ab. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek mahnt, die Ergebnisse ernst zu nehmen: „Damit können wir nicht zufrieden sein. ­Andere Staaten ziehen an uns vorbei. Mittelmaß kann nicht unser Anspruch sein.“ Besonders bedenklich findet sie, dass jeder fünfte 15-Jährige nicht einmal auf Grundschulniveau lesen kann – darunter besonders viele Jungen. Mit frühkindlicher Leseförderung will Karliczek diesem Problem begegnen.

Auffällig ist zudem, dass Schulleitungen in Deutschland deutlich häufiger über eine mangelnde Ausstattung mit Personal und Sachmitteln klagen als in anderen OECD-Staaten. Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) fordert daher „mehr Personal in der Schule und die Unterstützung durch multiprofessionelle Teams, damit wir das Versprechen, das die Politik der Gesellschaft und den Eltern gibt, nämlich die individuelle Förderung aller Kinder, auch wirklich einlösen können.“ Die münsterische Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Bildung und Forschung, Sybille Benning (CDU), sieht neben viel Schatten aber auch Licht: „Ein positives Ergebnis der Studie ist, dass sich Kinder mit Zuwanderungshintergrund in der zweiten Generation deutlich verbessert haben.“

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