Erster Agrargipfel bei Laschet: Land will gegen Preisdumping bei Fleisch vorgehen
Versöhnliche Töne angestimmt

Düsseldorf -

So eine Einladung haben die Landwirte noch nicht erhalten. Die Vertreter von 17 Verbänden, Institutionen und Organisationen aus der Landwirtschaft haben Ministerpräsident Armin Laschet und Agrarministerin Ursula Heinen-Esser (beide CDU) am Montag in die Staatskanzlei zum Gipfeltreffen eingeladen.

Montag, 13.01.2020, 19:22 Uhr
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein Westfalen, spricht eingerahmt von Vertretern verschiedener Landwirtschaftsverbände vor Beginn eines Gipfels zur Zukunft der Landwirtschaft in NRW.
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein Westfalen, spricht eingerahmt von Vertretern verschiedener Landwirtschaftsverbände vor Beginn eines Gipfels zur Zukunft der Landwirtschaft in NRW. Foto: dpa

Nach den Protesten der vergangenen Wochen ging es um die Zukunftssorgen der Landwirte. Laschet betonte: „Es ist in dieser Zeit wichtig anzuerkennen, was Landwirte leisten, wie wichtig auch Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen ist.“

Der Ministerpräsident äußerte Verständnis für junge Landwirte, die gegen eine Überforderung durch immer neue Vorgaben protestierten. Er wolle „das Kunststück der Versöhnung“ zwischen Landwirtschaft und Umweltschutz erreichen. Den Vertretern der Landwirtschaft sagte er zu, das Land werde sie bei den Weichenstellungen für eine nachhaltige Wirtschaftsweise unterstützen.

Als wichtiges Signal der Wertschätzung begrüßte der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, Johannes Röring, den Agrargipfel – immerhin sei NRW das größte Verbraucherland und drittwichtigstes Agrarland. Für die beiden Bauernverbände war es wohl ungewohnt, dass auch die Initiatoren der bundesweiten Trecker-Demos mit am Tisch Platz nahmen. Der Sprecher der Bewegung „Land schafft Verbindung“, Georg Biedemann , forderte einen neuen Dialog über den Wert der Landwirtschaft: „Ohne uns gibt’s nichts zu essen.“ Regionale Produkte müssten aber zu einem angemessenen Preis verkauft werden: „Wir wollen nicht auf Dauer von Subventionen leben.“ Diese Forderung erheben auch die Ökolandwirte, deren Erfahrung nach Worten ihres Vertreters, Jan Leifert, den anderen Kollegen nun nützen könne.

Zu den zentralen Fragen des Gipfels zählte die Düngeverordnung, die den Landwirten in Regionen mit hoher Nitratbelastung des Grundwassers deutliche Einschränkungen auferlegt. Biedemann forderte erneut eine Lockerung. Heinen-Esser verwies auf die Vorgaben der EU, will den Druck aber lockern.

Große Hoffnung setzen die Landwirte auf die Ministerin, die über den Bundesrat das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verschärfen möchte. Sie wolle erreichen, „dass faire Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse gezahlt werden“. Auch Laschet monierte, Fleisch werde oft zu Spottpreisen angeboten. „Das ist unangemessen.“ Ändern müssten dies Verbraucher und Handel.

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