Bundestagswahl
Sorgfalt geht vor Schnelligkeit

Nottuln -

Auch wenn Meldungen über Sicherheitslücken kursieren, die Gemeinde Nottuln wird bei Wahl am Sonntag die Software „PC-Wahl“ nutzen. Denn für das amtliche Endergebnis spielt das Programm keine Rolle.

Mittwoch, 20.09.2017, 20:09 Uhr

Im Wahlbüro der Gemeinde in der Domherrengasse stehen die vier Wahlurnen für die Briefwahl. Rund 4500 Bürger haben bislang die Briefwahl beantragt. Fachbereichsleiter Caglayan Korkmaz präsentiert den Nottulner Stimmzettel.
Im Wahlbüro der Gemeinde in der Domherrengasse stehen die vier Wahlurnen für die Briefwahl. Rund 4500 Bürger haben bislang die Briefwahl beantragt. Fachbereichsleiter Caglayan Korkmaz präsentiert den Nottulner Stimmzettel. Foto: Ludger Warnke

Es ist nicht die erste Bundestagswahl , die das Wahlamt der Gemeinde Nottuln vor Ort zu organisieren hat. Viele Abläufe wie zum Beispiel die beiden Schulungsveranstaltungen für die ehrenamtlichen Wahlvorstände in dieser Woche sind Routine, die aber dennoch mit allergrößter Sorgfalt durchgeführt wird.

Dass wenige Tage vor dem Urnengang gleichwohl die Anspannung zunimmt, ist dem Sicherheitsgedanken geschuldet. „Es kursierten Meldungen, wonach die Wahlsoftware PC-Wahl eine Sicherheitslücke haben soll“, berichtet Fachbereichsleiter Caglayan Korkmaz von der Gemeindeverwaltung im WN-Gespräch. Diese Software nutzt auch die Gemeinde Nottuln. „Wir haben bei uns sichergestellt, dass wir die aktuellste Version dieses Programms mit dem aktuellsten Update verwenden“, betont Korkmaz. Am Mittwoch kursierten dann Meldungen, dass auch die neue Programmversion dieser Software gehackt worden sein soll. Fakten oder nur Gerüchte?

Die Gemeinde hat am Mittwoch Kontakt mit dem Kreis Coesfeld aufgenommen und noch einmal das Verfahren zur Übermittlung der Wahlergebnisse detailliert besprochen. Ergebnis: Die Gemeinde Nottuln werde die Software PC-Wahl nutzen, weil für das offiziellen Endergebnis der Wahl die Software keine Rolle spielt, erläuterte Korkmaz. Denn für das amtliche Endergebnis werden die Daten noch einmal mit den vor Ort von den Wahlvorständen erstellten Niederschriften abgeglichen. Für die korrekte Erstinformation am Wahlabend selbst vertrauen Gemeinde und Kreis Coesfeld auf Fax- und authentifizierte Telefonübermittlung.

In Nottuln wird es am Wahlsonntag so sein, dass der Wahlvorstand im Abstimmungslokal bei der Gemeindeverwaltung anruft und telefonisch das Ergebnis mitteilt. Die Gemeinde gibt diese Daten in die Software ein (als Schnellmeldung an den Kreis und für die Information auf der Homepage) und füllt gleichzeitig eine Excel-Tabelle aus, die an den Kreis gefaxt wird. Wenn das Gesamtergebnis aus Nottuln vorliegt, wird der Kreis Coesfeld von sich aus eine zuvor vereinbarte Telefonnummer in der Gemeindeverwaltung anrufen, um dort mit einem zuvor bestimmten Mitarbeiter die Ergebnisse noch einmal telefonisch zu überprüfen, erläutert Korkmaz das aufwendige Verfahren. Wenn alles in Ordnung sei, gebe der Kreis telefonisch die Daten weiter an das Land.

Fachbereichsleiter Korkmaz begrüßt dieses aufwendige Verfahren. „Je mehr wir abgesichert sind, umso besser ist es.“ Alle Mitarbeiter im Wahlamt seien für das Thema sensibilisiert.

Keine Frage, die Mitarbeiter im Wahlamt wie auch die über 100 Bürger, die in den insgesamt 13 Wahlvorständen arbeiten, haben eine verantwortungsvolle Aufgabe. Darum geht es auch in den beiden Schulungsveranstaltungen für die Wahlhelfer in dieser Woche. Vor allem die korrekte Auszählung der abgegebenen Stimmen ist natürlich ein wichtiger Aspekt der Schulung. „Es geht dabei nicht um Schnelligkeit, sondern um Sorgfalt“, betont Korkmaz. Sichergestellt sei, dass die Hauptverantwortung in den Wahlvorständen bei Bürgern liege, die schon über eine große Erfahrung als Wahlhelfer verfügen.

Die Auszählung der Stimmen am Sonntag ab 18 Uhr erfolgt öffentlich.

Wie hoch die Wahlbeteiligung am Sonntag sein wird, weiß noch keiner. Klar ist aber, dass mindestens auf die vier eingesetzten Briefwahlvorstände eine Menge Arbeit zukommen wird. Bis Dienstagnachmittag hatten in Nottuln bereits rund 4500 Bürger die Briefwahl beantragt.

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