Heimische MdB zur Trump-Wahl
Entsetzen, Schock und etwas Demut

Berlin/Kreis Steinfurt -

Was sagen die acht Bundestagabgeordnete aus dem Kreis Steinfurt zur Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten? Die Antworten schwanken zwischen Entsetzen und dem Rat zu Gelassenheit.

Mittwoch, 09.11.2016, 15:11 Uhr

Alle gegen einen:  Viel abgewinnen kann keiner der acht Bundestagsabgeordneten aus dem Kreis dem neuen US-Präsidenten Donald Trump. Dem aber dürfte das wenig ausmachen. Unser Foto zeigt von oben links nach unten rechts: Ingrid Arndt-Brauer, Karl Schiewerling, Ulrich Hampel, Friedrich Ostendorff, Anja Karliczek, Jens Spahn, Kathrin Vogler, und Jürgen Coße
Alle gegen einen:  Viel abgewinnen kann keiner der acht Bundestagsabgeordneten aus dem Kreis dem neuen US-Präsidenten Donald Trump. Dem aber dürfte das wenig ausmachen. Unser Foto zeigt von oben links nach unten rechts: Ingrid Arndt-Brauer, Karl Schiewerling, Ulrich Hampel, Friedrich Ostendorff, Anja Karliczek, Jens Spahn, Kathrin Vogler, und Jürgen Coße

Acht Bundestagsabgeordnete haben ihren Walkreis oder Teile davon im Kreis Steinfurt . Wir baten Sie um ein Statement zur Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten, ein Mann, den Außenminister Frank-Walter Steinmeier einen „Hassprediger“ nennt. Ähnlich deutlich fielen die Reaktionen der MdB aus:

Ingrid Arndt-Brauer, SPD : „Unabhängig davon, wie sich die Präsidentschaft von Donald Trump entwickeln wird, bin ich entsetzt darüber, dass seine abstoßende Art Wahlkampf zu betreiben Erfolg hatte. Ich hoffe, dass wir ein solches Niveau bei uns vermeiden können.“

Anja Karliczek, CDU : „Der Polarisierer hat sich durchgesetzt. Ich mache mir große Sorgen um die Folgen für die Zusammenarbeit in der NATO. Wir werden jetzt beobachten müssen, wie sich Donald Trump mit den Mehrheiten der Republikaner in Senat und Repräsentantenhaus arrangiert. Politik wird er nur machen können mit den Mehrheiten in beiden Häusern. Nicht alle Vertreter seiner Partei sind aber mit ihm auf einer Linie. Bislang hat Trump stets gegen das System gewettert. Nun ist er ein Teil dessen. Die Menschen akzeptieren nur ein politisches System, das für sie kalkulierbar und verlässlich ist und in dem sie sich mitgenommen fühlen. Nach dem Brexit ist dies ein weiterer Schuss vor den Bug. Wir müssen ihn ernst nehmen.“

Kathrin Vogler, Linke : „Die gute Nachricht ist: die Wall Street, deren Interessen Clinton vertritt, wurde abgewählt. Die schlechte Nachricht: Ein unberechenbarer Choleriker mit bescheidenen intellektuellen Fähigkeiten hat jetzt die Macht über 1,5 Millionen Soldaten, 1,2 Millionen Reservisten, 7000 Atomsprengköpfe und Milliarden von NSA-Datensätzen - und das in einer Situation, in der die Spannungen zwischen der NATO und Russland gefährlich zunehmen. Die Bundesregierung hat übrigens jüngst in der UNO gegen Verhandlungen über die Vernichtung aller Atomwaffen gestimmt. Das zeigt, dass sie den Ernst der Lage nicht verstanden hat. Die Situation erinnert an den Kalten Krieg und sie erfordert dieselben Antworten: Deeskalation, Entspannung und Abrüstung.“

Friedrich Ostendorff, Grüne: „Ich bin geschockt, dass solch ein Hetzer, Rassist und Sexist sich im freien Amerika durchsetzen kann. Es bedarf jetzt eigentlich starker, liberaler Kräfte, um der durch Trumps Wahlkampf befeuerten Spaltung des Landes entgegenzutreten. Auch, um in Europa populistische Energien nicht zusätzlich durch diesen Wahlsieg zu stärken.“

Ulrich Hampel, SPD: „Ich gebe es ehrlich zu, dass ich über den Wahlsieg von Donald Trump zutiefst erschrocken und beunruhigt bin. Sein bisheriges Verhalten und seine diskriminierenden und herabsetzenden Äußerungen in den vergangenen Monaten sorgen bei mir für große Zweifel hinsichtlich seiner Geeignetheit für dieses wichtige Amt. Dennoch gilt es jetzt, das Ergebnis des amerikanischen Volkes zu akzeptieren. Die USA sind unser wichtigster Verbündeter und Handelspartner Deutschlands. Die Wahl von Trump hat daher eine herausgehobene Bedeutung für uns, für Europa und die ganze Welt. Ich erwarte deshalb jetzt schnellstmöglich Klarheit über seinen zukünftigen außenpolitischen Kurs.

Karl Schiewerling, CDU: „Die Wahl von Donald Trump zeigt mehr als deutlich, dass das Land und die Regierung die Lebenssituation der Menschen wieder stärker in den Blick nehmen müssen. Wir wissen nicht, wie Trump die Vereinigten Staaten von Amerika regieren wird. Klar ist aber, dass diese Wahl Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen den USA und der EU haben wird. Auch wie es mit den USA als NATO-Partner weitergeht, ist unsicher und kann für die transatlantischen Beziehungen problematisch werden. Umso wichtiger ist es, dass wir nun den Zusammenhalt innerhalb der EU stärken. Auch hier gibt es populistische Strömungen. Wir brauchen jetzt mehr denn je eine starke Europäische Gemeinschaft.“

Jürgen Coße (SPD): Der Wahlausgang schockiert mich! Die Mehrheit hat sich für die Stimme der Wut als mächtigsten Mann in den USA entschieden. Das ist leider die Realität. Doch Angst und Hysterie sind jetzt fehl am Platz. Jetzt heißt es noch deutlicher unsere Werte der Demokratie in Deutschland und Europa zu verteidigen - und das klar und selbstbewusst.“

Jens Spahn, CDU: „Nach dem Sieg von Donald Trump brauchen wir erstmal Gelassenheit und auch ein bisschen Demut. Warum haben 50 Millionen Menschen so gewählt und warum sind wir davon so überrascht worden? Was jedenfalls nie richtig ist - auch jetzt nicht - ist Wählerschelte. Ich setze weiter auf gute Beziehungen zwischen unseren Ländern und darauf, dass man das im Weißen Haus in Zukunft auch so sieht. “

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