Olympia
Amerikaner führen im Eistanz - Oberstdorfer gute Zehnte

Das erste Eistanz-Gold in der Geschichte für die USA ist greifbar. Die Oberstdorfer Zhiganshina/Gazsi hatten einen kleinen Wackler, sind aber vor der Kür Zehnte. Und die Berliner Kolbe/Caruso erreichten bei ihrem Olympia-Debüt das Finale auf Rang 19.

Sonntag, 16.02.2014, 19:02 Uhr

Sotschi (dpa) - Trotz eines kleinen Wacklers liegen die Oberstdorfer Eistänzer Nelli Zhiganshina und Alex Gazsi auf einem guten zehnten Platz bei Olympia . In einer anderen Liga tanzten Meryl Davis/Charlie White aus den USA und legten den Grundstein für das erste Gold für ihr Land.

Nach dem Kurztanz führen die Weltmeister vor den Olympiasiegern von 2010, den Kanadiern Tessa Virtue/Scott Moir. Dritte wurden am Sonntag im «Eisberg» von Sotschi die Russen Jelena Ilinych/Nikita Kazalapow. Erstmals gibt es bei den Winterspielen keine Pflichttänze mehr. Dafür wurde der Teamwettbewerb einführt.

Mit 60,91 Punkten konnten die deutschen Meister Zhiganshina/Gazsi zufrieden sein. «Wenn Alex keine Fehler gemacht hätte, wäre noch mehr drin gewesen», sagte Bundestrainer Martin Skotnicky. Der 29-Jährige hat bei fast jedem Wettkampf Probleme mit den sogenannten Twizzles, den schnellsten Umdrehungen auf einem Fuß.

«Ich gehöre noch zu der Generation von Läufern, die das nicht von klein auf gelernt haben», erzählte der Sportsoldat. Seine drei Jahre jüngere Partnerin aus Moskau nahm vor Olympia extra die deutsche Staatsbürgerschaft an. Die EM-Siebten hoffen darauf, dass einige der weltbesten Paare nach den Spielen aufhören und sie nach oben rutschen können.

Die Berliner Tanja Kolbe und Stefano Caruso genossen ihren ersten Auftritt bei dem großen Sportfest und kamen mit 54,43 Punkten auf Rang 19. «Es ist etwas Besonderes bei Olympia zu sein, aber wenn die Musik angeht, blendest du das aus», sagte der Mailänder, der ebenfalls rechtzeitig einen deutschen Pass bekam. Im Gegensatz zu Zhiganshina durfte der 26-Jährige aber seine ursprüngliche Nationalität behalten.

Bei einer schnellen Umdrehung zum Song «New York, New York» kam er ganz leicht aus dem Gleichgewicht. «Unser Einstand hat Spaß gemacht, wir sind sehr glücklich», sagte seine drei Jahre ältere Partnerin. «Die Zielstellung war das Finale der besten 20 Paare, das haben sie erreicht», sagte Skotnicky.

Im nächsten Jahr wollen sie vor allem an Tempo zulegen. «Die Top-Paare gehen in die Elemente, als gäbe es kein Morgen», sagte Caruso, «wir brauchen Schnelligkeit». Sie trainieren im Wechsel in Mailand bei Ex-Weltmeisterin Barbara Fusar-Poli und Skotnicky in Berlin. «Das ist okay für uns, aber wir müssen immer sehr gut planen», sagte Caruso.

Schon in der Mannschaft bewiesen Davis/White ihre Ausnahmestellung. «Wir wurden deklassiert», sagte Moir danach über seine jahrelangen Trainingskollegen. Die Top-Paare, die in Vancouver 2010 die jahrzehntelange russische Tanz-Ära durchbrachen, trainieren in Detroit bei der Russin Marina Zouewa. Die UdSSR und Russland gewannen sieben der zehn Goldmedaillen seit der Einführung des Eistanzes 1976. Insgesamt holten sie 17 von 30 Medaillen.

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