Olympia
30 Jahre nach Gold: «Katarina zu sein, ist ein Volljob»

Vor 30 Jahren gewann Katarina Witt in Sarajevo ihr erstes olympisches Gold im Eiskunstlauf. Vier Jahre später wiederholte sie als zweite Frau nach Sonja Henie den Coup - das ist bis heute unerreicht. Die Popularität der «Carmen on Eis» hält an - in Sotschi ist sie gefragt.

Montag, 17.02.2014, 10:02 Uhr

Sotschi (dpa) - Der Gedanke an den 30. Jahrestag ihres ersten Olympiasieges entlockt Katarina Witt ein Lächeln. «So lang ist das schon her, unglaublich», sagt die 48 Jahre alte Eiskunstlauf-Ikone in Sotschi.

«Es gibt nichts Schöneres, als wenn Menschen sich noch an mich erinnern», erzählt sie bei den Winterspielen am Schwarzen Meer. Sie ist aktiv in den sozialen Netzwerken und freut sich besonders, wenn junge Leute noch Interesse an ihr haben. «Es war so eine faszinierende Zeit in den 80ern, man sollte es nicht mit heute vergleichen», findet die Wahl-Berlinerin.

Bei der Erinnerungsgala in der vergangenen Woche in Sarajevo fehlte Witt, sie zog Olympia vor und hätte auch nicht so schnell eine Kür vorbereiten können. Die Briten Jayne Torvill und Christopher Dean zeigten noch einmal den legendären Bolero. «Ich bin damals als schönstes Gesicht des Sozialismus bekannt geworden. Ich denke, ich war so eine Botschafterin für die Amerikaner», erzählt sie locker über die Zeit des Kalten Krieges. Dass sie vier Jahre später in Calgary als zweite Frau nach Sonia Henie wieder auf den Olymp lief, macht sie noch immer stolz.

Finanziell unabhängig ist sie schon lange. Sie kann sich die Charity-Events, Talkshows und Promi-Partys aussuchen, die sie besuchen will. «Es gibt so viele Anfragen, jeder zippelt an mir herum», berichtet die frühere «Carmen on Eis»: «Katarina zu sein, ist ein Volljob .» In Berlin führt sie mit einer Assistentin ein kleines Büro, das große Management braucht sie nicht mehr: «Ich habe inzwischen immerhin 25 Jahre Erfahrung.»

Auch in Sotschi, wo sie für die ARD die Eiskunstlauf-Wettbewerbe kommentiert, eilt sie von einem Foto-Termin zum nächsten Interview. «Ich genieße die Zeit und den Job für das Fernsehen», erzählt sie. Besonders die amerikanischen Journalisten wollen wissen, was sie treibt. Sie lebte lange in Los Angeles, lief dort Shows und ist unvergessen. «Oh Katarina, how are you», heißt es ständig, wenn sie zum Reporterplatz im «Eisberg»-Palast unterwegs ist. Sie genießt es. Wenn sie nicht arbeiten muss, verfolgt sie mit russischen Freunden die Wettbewerbe in der Traditionssportart der Gastgeber.

Von Mittwoch an stehen ihre Nachfolgerinnen auf dem olympischen Eis. Das Duell zwischen der 15-jährigen Julia Lipnizkaja aus Russland und der 23 Jahre alten Olympiasiegerin Kim Yu-Na fasziniert sie. Die Koreanerin Kim könnte als erste Einzelläuferin Witt nacheifern und ihren Sieg von 2010 wiederholen. «Ich freue mich auf den Wettbewerb, die Julia ist ein Jahrhunderttalent», sagt Witt. Schon im Teamevent bestaunte sie die kleine Moskauerin, die ein paar mehr Sprünge drauf hat als sie früher. «Man darf die Zeit nicht vergleichen, jeder Sport entwickelt sich weiter.»

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