Festgenommene wieder frei
«Rock am Ring» geht nach Terroralarm weiter

Nürburg -

Die große Party am Nürburgring kann weitergehen. Nach der Unterbrechung wegen eines Terroralarms gibt die Polizei grünes Licht für «Rock am Ring». Fragen zu den Verdächtigen sind noch nicht geklärt, das Lob für die Disziplin der Besucher ist einhellig.

Samstag, 03.06.2017, 12:06 Uhr

Festivalveranstalter Marek Lieberberg verkündet das Zwischenzeitliche Aus des Musikfestivals Rock am Ring. Die Polizei hat inzwischen Entwarnung gegeben. Die Veranstaltung wird fortgesetzt.
Festivalveranstalter Marek Lieberberg verkündet das Zwischenzeitliche Aus des Musikfestivals Rock am Ring. Die Polizei hat inzwischen Entwarnung gegeben. Die Veranstaltung wird fortgesetzt. Foto: Thomas Frey

Erneut hat ein Terroralarm Polizei und Besucher einer Großveranstaltung in Atem gehalten. Das Musikfestival «Rock am Ring» in der Eifel mit fast 90 000 Fans konnte nach einer Unterbrechung jedoch am Samstagmittag fortgesetzt werden.

Auf der Pressekonferenz am Samstagvormittag gab die Polizei Koblenz erste Informationen zu den Hintergründen der vorläufigen Absage. Am Freitagmittag habe es erste Erkenntnisse darüber gegeben, dass es sich um eine Gefahrenlage handeln könnte. Daraufhin sei es im Land Hessen zu mehreren Wohnungsdurchsuchungen mit anschließenden Verhaftungen gekommen.

Der Verdacht war nach Angaben der Polizei entstanden, weil Zugangskarten für das Personal nicht mit registrierten Namen übereinstimmten. Da die Festgenommenen Festivalbändchen besessen haben, konnte die Polizei eine Gefahrenlage nicht ausschließen und musste das Festival vorläufig abbrechen lassen.

Die  drei Verhafteten  seien nicht deutscher Herkunft gewesen und werden den Ermittlern zufolge der hessischen Salafistenszene zugeordnet. Bei einer Person habe es Hinweise auf Verbindungen zur islamistischen Terrorszene gegeben. Am Samstag wurden die Verdächtigen wieder aus der Untersuchungshaft entlassen.

Rock am Ring 2017

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  • Das von Zehntausenden Musikfans besuchte Festival ist am Freitagabend wegen Terrorgefahr unterbrochen worden.

    Foto: Thomas Frey, dpa
  • Am Nürburgring waren folgende Lautsprecherdurchsagen zu hören: „Wegen einer terroristischen Bedrohungslage wird das Festival für heute abgebrochen. Wir hoffen, dass es morgen weitergeht.“

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  • Alle Besucher wurden gebeten, das Festivalgelände kontrolliert und ruhig in Richtung Ausgänge und Campingplätze zu verlassen.

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  • Bis zu 90.000 Musikfans wurden zum diesjährigen „Rock am Ring“ in der Eifel erwartet. 

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  • Rund eine halbe Stunde nach der Unterbrechung war das Gelände laut Organisator Marek Lieberberg geräumt.

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  • Die Besucher verließen das Gelände nach Augenzeugenberichten ruhig und geordnet.

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  • Der Platz vor der Hauptbühne ist fast menschenleer.

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  • Kurz zuvor sah es dort noch so aus.

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  • Veranstalter Marek Lieberberg berichtete vor Journalisten vor Ort, die umliegenden Straßen seien alle abgesperrt. Es verkehrten aber noch Shuttlebusse. Er hoffe, dass das Festival am Samstag fortgesetzt werden könne.

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  • Rund 85 Bands sollten bei Rock am Ring von Freitag bis Sonntag auf vier Bühnen auftreten.

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  • Zoltan Bathory, Gitarrist der US-amerikanischen Metal-Band "Five Finger Death Puch" spielt am 02.06.2017 auf der Hauptbühne.

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  • Ivan "Ghost" Moody, Sänger der US-amerikanischen Metal-Band «Five Finger Death Punch» am Freitag auf der Hauptbühne

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  • Ivan "Ghost" Moody, Sänger der US-amerikanischen Metal-Band «Five Finger Death Punch» (l), und Gitarrist Jason Hook

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  • Der britische Blues- und Soulsänger Rag ·n· Bone Man am Freitag auf der Hauptbühne

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  • Der britische Blues- und Soulsänger Rag ·n· Bone Man

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  • Rag ·n· Bone Man

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  • Rag ·n· Bone Man

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  • Besucher des Musikfestivals Rock am Ring werden am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) am Eingang zum Festivalgelände von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes kontrolliert.

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  • Rockfans zeigen während des Auftritts der US-amerikanischen Metal-Band «Five Finger Death Punch» am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) beim Musikfestival Rock am Ring vor der Hauptbühne ein Schild mit der Aufschrift «Kein Platz für Terror» .

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  • Stagediver lassen sich während des Auftritts der US-amerikanischen Metal-Band «Five Finger Death Punch» am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) beim Musikfestival Rock am Ring vor der Hauptbühne nach vorne tragen.

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  • Stagediver lassen sich während des Auftritts der US-amerikanischen Metal-Band «Five Finger Death Punch» am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) beim Musikfestival Rock am Ring vor der Hauptbühne nach vorne tragen.

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  • Rockfans stehen während des Auftritts der US-amerikanischen Metal-Band «Five Finger Death Punch» am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) beim Musikfestival Rock am Ring vor der Hauptbühne .

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  • Rockfans stehen während des Auftritts der US-amerikanischen Metal-Band «Five Finger Death Punch» am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) beim Musikfestival Rock am Ring vor der Hauptbühne .

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  • Rockfans stehen während des Auftritts der US-amerikanischen Metal-Band «Five Finger Death Punch» am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) beim Musikfestival Rock am Ring vor der Hauptbühne .

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  • Die schwedische Metal-Band «In Flames» steht am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) beim Musikfestival Rock am Ring auf der Hauptbühne.

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  • Anders Friden, Sänger der schwedischen Metal-Band «In Flames» steht am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) beim Musikfestival Rock am Ring auf der Hauptbühne.

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  • Anders Friden, Sänger der schwedischen Metal-Band «In Flames» steht am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) beim Musikfestival Rock am Ring auf der Hauptbühne.

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  • Rockfans stehen am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) beim Musikfestival Rock am Ring während des Auftritts der schwedischen Band «In Flames» vor der Hauptbühne.

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  • Niclas Engelin, Gitarrist der schwedischen Metal-Band «In Flames», steht am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) beim Musikfestival Rock am Ring auf der Hauptbühne.

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  • Rockfans stehen am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) beim Musikfestival Rock am Ring während des Auftritts der schwedischen Band «In Flames» vor der Hauptbühne.

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  • Rockfans stehen am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) beim Musikfestival Rock am Ring während des Auftritts der schwedischen Band «In Flames» vor der Hauptbühne.

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  • Rockfans stehen am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) beim Musikfestival Rock am Ring während des Auftritts der schwedischen Band «In Flames» vor der Hauptbühne.

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  • Die Rockfans Kai und Michele aus Berlin trinken am 02.06.2017 beim Musikfestival Rock am Ring in Nürburg (Rheinland-Pfalz) auf dem Campinggelände ein Bier.

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  • Rockfans stehen am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) beim Musikfestival Rock am Ring während des Auftritts der Band Skindred vor der Hauptbühne.

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  • "Welcome home Ringrockers" steht am 02.06.2017 ein Eingangsbereich zum Musikfestival Rock am Ring in Nürburg (Rheinland-Pfalz).

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  • Flaschen, Dosen und Getränkepackungen liegen am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) am Eingang zum Gelände des Musikfestivals Rock am Ring in einer Mülltonne an der Sicherheitskontrolle, da aufgrund der verschärften Sicherheitsbestimmungen nur noch flexible Getränkepackungen bis 0,5 Liter mitgenommen werden dürfen.

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  • Besucher des Musikfestivals Rock am Ring gehen am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) vor dem Festivalgelände zur Einlasskontrolle.

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  • Eine Tetrapack-Getränkepackung steht am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) am Geländeeingang des Musikfestivals Rock am Ring, da aufgrund der verschärften Sicherheitsbestimmungen nur noch flexible Getränkepackungen bis 0,5 Liter mitgenommen werden dürfen.

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  • Besucher des Musikfestivals Rock am Ring werden am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) am Eingang zum Festivalgelände von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes kontrolliert.

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  • Besucher des Musikfestivals Rock am Ring werden am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) am Eingang zum Festivalgelände von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes kontrolliert.

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  • Besucher des Musikfestivals Rock am Ring werden am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) am Eingang zum Festivalgelände von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes kontrolliert.

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  • Besucher des Musikfestivals Rock am Ring werden am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) am Eingang zum Festivalgelände von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes kontrolliert.

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  • Ein Besucher des Musikfestivals Rock am Ring zeigt am 02.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) am Eingang zum Festivalgelände an der Sicherheitskontrolle die Gegenstände, die er auf das Festivalgelände mitnehmen darf.

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  • Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes patrouillieren am 02.06.2017 beim Musikfestival Rock am Ring in Nürburg (Rheinland-Pfalz) auf dem Campinggelände.

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  • Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes patrouillieren am 02.06.2017 beim Musikfestival Rock am Ring in Nürburg (Rheinland-Pfalz) auf dem Gelände.

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Reaktionen aus der Politik

«In einer solchen Bewertungssituation dürfen wir keine Risiken einbauen», sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD). Er verwies auf ähnliche vorsorgliche Absagen, etwa beim Fußball-Länderspiel Deutschland-Niederlande in Hannover im November 2015 kurz nach den Anschlägen von Paris und beim Radrennen «Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt» im April 2015. Im Februar 2015 war zudem der Karnevalsumzug in Braunschweig wegen Hinweisen auf mögliche Terroranschläge abgesagt worden.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte sich in der Nacht hinter Lewentz' Entscheidung gestellt, das Musikfestival wegen Terrorgefahr zu unterbrechen. Der Mainzer Minister habe ihn vorab informiert, erklärte de Maizière in Berlin. «Für diese schwierige wie verantwortungsvolle Entscheidung hat er meine volle Unterstützung. So bitter es ist, die Sicherheit der Festivalbesucher muss an erster Stelle stehen.»

Die Entscheidung für eine Fortsetzung des Rockfestivals gab die Koblenzer Polizei am Samstagvormittag über den Kurznachrichtendienst Twitter bekannt:

Die Veranstalter schrieben auf Facebook:

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Die Hintergründe:

Das dreitägige Festival war am Freitagabend wenige Stunden nach dem Auftakt unterbrochen worden. Zehntausende Fans wurden per Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, das Gelände zu verlassen. Die Räumung des Geländes verlief problemlos und friedlich. Veranstalter Marek Lieberberg zeigte sich am Samstag beeindruckt, dass «86 000 Besucher in einer Viertelstunde das Festivalgelände verlassen hätten. «Wir haben hier auch ein Zeichen für unsere Kultur gesetzt.»

Ob einige Bands, die am Freitagabend nicht spielen konnten, noch auftreten können, werde geprüft. «Wir werden sehen, ob wir Möglichkeiten haben, Auftritte nachzuholen», sagte Lieberberg. Unter anderem der Auftritt von Rammstein, einer der Topacts des Festivals, war ausgefallen.

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Auch Lewentz hob hervor, dass keine Gefahr einer Panik bestanden habe, weil die Fans so ruhig geblieben seien. Dies sei nicht selbstverständlich. Die Polizei hatte noch am Abend begonnen, das Gelände rund um die Bühnen abzusuchen, und dies am Samstagmorgen fortgesetzt.

Für die Sicherheit des Festivals ist ein Großaufgebot der Polizei im Einsatz: 1240 Polizisten wurden an den Nürburgring geschickt. Das Sicherheitskonzept war nach dem Terroranschlag auf ein Konzert in Manchester vor anderthalb Wochen mit mehr als 20 Toten noch einmal überprüft worden. Beim parallel in Nürnberg stattfindenden Zwillingsfestival «Rock im Park» waren die Konzerte am Freitagabend ohne Probleme weitergegangen.

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