Himmelsspektakel
Roter Mond trifft roten Mars

Zwei besondere astronomische Konstellationen fallen am späten Freitagabend zu einem ganz besonderen Himmelsereignis zusammen: die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts und ein riesiger, der Erde besonders naher Mars. Viele Menschen sind fasziniert.

Samstag, 28.07.2018, 08:31 Uhr

Zuschauer am Olympiaberg in München. Bei der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts taucht der Mond in den Erdschatten ein.
Zuschauer am Olympiaberg in München. Bei der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts taucht der Mond in den Erdschatten ein. Foto: Matthias Balk

Heppenheim/Offenbach (dpa) - Die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts, der Mars besonders groß und nah - und eine sehr warme Sommernacht:

Bei Temperaturen bis zu 30 Grad haben am Freitagabend unzählige Menschen in Deutschland mit bloßem Auge, Fernglas oder Teleskop das extrem seltene Himmelsschauspiel verfolgt. Viele Sternwarten, Planetarien, astronomische Vereine und Forschungsinstitute luden zum Beobachten des Schauspiels ein.

 Zur etwa 103 Minuten langen totalen Mondfinsternis gesellte sich ein besonders heller und großer Mars. Eine ähnliche Mars-Stellung war zuletzt vor 15 Jahren zu sehen. «Für die derzeit lebenden Menschen ist das ein einmaliges Ereignis», sagt der Chef der Vereinigung der Sternfreunde in Heppenheim, Sven Melchert.

Mondfinsternis

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  • Rheinland-Pfalz, Bernkastel-Trier: Der rötliche Vollmond steht über der Jugendherberge. Bei der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts taucht der Mond in den Erdschatten ein.

    Foto: Harald Tittel
  • Berlin: Rot leuchtet der Mond bei der totalen Mondfinsternis, während langsam die Dunkelheit abnimmt.

    Foto: Paul Zinken
  • Polen, Warschau: Der Mond erscheint neben der Statue der Siegesgöttin Nike.

    Foto: Alik Keplicz
  • Österreich, Salzburg: Der rötlich gefärbte Vollmond erhebt sich über der Festung Hohen Salzburg während einer kompletten Mondfinsternis.

    Foto: Barbara Gindl
  • Tschechien, Brünn: Menschen schwimmen in einem Pool und betrachten den rötlichen gefärbten Vollmond.

    Foto: Monika Hlaváèová
  • Tschechien, Brünn: Menschen spielen mit ihren Schatten, die auf eine Nachbildung des Blutmondes fallen.

    Foto: Monika Hlaváèová
  • Brasilien, Rio de Janeiro: Der rötlich gefärbte Vollmond erhebt sich neben einer Palme am Strand von Arpoador

    Foto: Silvia Izquierdo
  • Spanien, Ujue: Menschen warten neben ihren Kameras, um den Vollmond zu fotografieren.

    Foto: Alvaro Barrientos
  • China, Hongkong: Sterngucker benutzen Teleskope, um den Mond zu beobachten.

    Foto: Kin Cheung
  • China, Hongkong: Der rötlich gefärbte Vollmond erhebt sich über dem Victoria Harbour.

    Foto: Kin Cheung
  • Italien, Mailand: Der rötlich gefärbte Vollmond durch die Türme der gotischen Kathedrale des Doms gesehen.

    Foto: Luca Bruno
  • Malaysia, Kuala Lumpur: Der rötlich gefärbte Vollmond erhebt sich über dem Petronas Twin Tower.

    Foto: Yam G-Jun
  • Zypern, Ergates: Der rötlich gefärbte Vollmond erhebt sich über einer christlich-orthodoxen Kirche im Ergates Dorf nahe der Hauptstadt Nikosia.

    Foto: Petros Karadjias
  • Niedersachsen, Norderney: Touristen sitzen vor der Milchbar an der Strandpromenade, während im Hintergrund der teilweise blutrote Mond zu erkennen ist.

    Foto: Hauke-Christian Dittrich
  • Baden-Württemberg, Staufen im Breisgau: Der rötlich gefärbte Vollmond steht über dem Burg Staufen.

    Foto: Bernhard Seitz
  • Bayern, Füssen: Die Kombo zeigt die verschiedenen Phasen der Mondfinsternis von der beginnenden Verdunkelung (l-r) über die Totalität bis zum Austritt aus dem Schatten.

    Foto: Karl-Josef Hildenbrand
  • Niedersachsen, Norderney: Touristen beobachten am Norderneyer Kap auf den Dünen der Insel den Mondaufgang.

    Foto: Hauke-Christian Dittrich
  • Baden-Württemberg, Freiburg: Der rötlich gefärbte Vollmond steht neben einer Figur vor dem Freiburger Münster.

    Foto: Patrick Seeger
  • Berlin: Der Erdschatten verdunkelt den Vollmond neben dem Fernsehturm.

    Foto: Gregor Fischer
  • Hessen, Frankfurt am Main: Ein Flugzeug hinterlässt seine Leuchtspuren am dunstigen Himmel über der Stadt, während der rötlich gefärbte Vollmond zu sehen ist.

    Foto: Frank Rumpenhorst
  • Hessen, Frankfurt am Main: Der Mond erscheint hinter einem älteren Werbelogo in Form einer Krone auf dem Dach eines Hauses in der Innenstadt.

    Foto: Frank Rumpenhorst
  • Nordrhein-Westfalen, Duisburg: Der rötlich gefärbte Vollmond ist über der Landmarke "Tiger and Turtle" zu sehen.

    Foto: Christoph Reichwein
  • Rheinland-Pfalz, Klausen: Der rötlich schimmernde Vollmond steht über der Wallfahrtskirche.

    Foto: Harald Tittel
  • Hessen, Frankfurt am Main: Zwischen einem Baukran und einem Gebäude in der Innenstadt ist der rötlich gefärbte Vollmond zu sehen.

    Foto: Frank Rumpenhorst
  • Hessen, Frankfurt am Main: Der rötlich gefärbte Vollmond steht über einem markanten Bürogebäude der Mainmetropole.

    Foto: Andreas Arnold
  • Baden-Württemberg, Heidelberg: Der Erdschatten verdunkelt den Vollmond.

    Foto: Uwe Anspach
  • Nordrhein-Westfalen, Köln: Schaulustige warten auf der Hohenzollernbrücke auf die Mondfinsternis.

    Foto: Oliver Berg
  • Nordrhein-Westfalen, Köln: Der rötlich gefärbte Vollmond ist neben einer Hausfassade zu sehen.

    Foto: Oliver Berg
  • Sachsen, Dresden: Der Vollmond ist hinter einer Mattielli-Statue auf der katholischen Hofkirche zu sehen.

    Foto: Sebastian Kahnert
  • Hamburg: Der Mond geht über den Kränen des Containerterminals Eurogate auf.

    Foto: Daniel Reinhardt
  • Berlin: Zahlreiche Menschen meditieren auf dem Drachenberg vor Beginn der Mondfinsternis in Richtung der untergehenden Sonne.

    Foto: Paul Zinken
  • Bayern, München: Der Mond ist während der längsten totalen Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts auf dem Monitor eines Teleskops der Volkssternwarte zu sehen.

    Foto: Felix Hörhager
  • Bayern, München: Der Mond ist während der längsten totalen Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts auf einem kleinen Monitor in der Nähe des Okulars eines Teleskops der Volkssternwarte zu sehen.

    Foto: Felix Hörhager
  • Hamburg: Schaulustige stehen mit Kameras im Hamburger Hafen und warten auf den aufgehenden Mond.

    Foto: Daniel Reinhardt
  • Bayern, München: Zahlreiche Menschen beobachten am Olympiaberg die Mondfinsternis mit dem rötlichen Vollmond.

    Foto: Matthias Balk
  • Mondfinsternis Foto: Matthias Balk
  • Nordrhein-Westfalen, Recklinghausen: Sterngucker haben sich auf der Halde Hoheward eingefunden, um die Mondfinsternis zu verfolgen.

    Foto: Jana Bauch
  • Rheinland-Pfalz, Koblenz: Der Vollmond ist während der Mondfinsternis am Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm am Deutschen Eck zu sehen.

    Foto: Thomas Frey
  • Berlin: Der Vollmond taucht über der Oberbaumbrücke über der Spree auf, während Berliner sich am Spreeufer ein Feuerwerk anschauen.

    Foto: Gregor Fischer
  • Berlin: Der Vollmond taucht über der Oberbaumbrücke auf.

    Foto: Gregor Fischer
  • Berlin: Der Vollmond über der Oberbaumbrücke an der Spree während Berliner am Ufer sitzen und den Abend genießen.

    Foto: Gregor Fischer
  • Bayern, Füssen: Der Erdschatten schiebt sich über den rötlichen Vollmond. Bei der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts taucht der Mond in den Erdschatten ein.

    Foto: Karl-Josef Hildenbrand
  • Hamburg: Schaulustige stehen mit Kameras im Hamburger Hafen und warten auf den aufgehenden Mond.

    Foto: Daniel Reinhardt
  • Sachsen, Dresden: Der aufgehende Mond ist hinter dem vergoldeten Posaunenengel Fama zu sehen.

    Foto: Sebastian Kahnert
  • Griechenland, Athen: Der Vollmond geht über der Akropolis auf.

    Foto: Aristidis Vafeiadakis
  • Baden-Württemberg, Rottweil: Der Erdschatten schiebt sich über den rötlichen Vollmond.

    Foto: Silas Stein
  • Berlin: Der Vollmond über der Oberbaumbrücke an der Spree.

    Foto: Gregor Fischer
  • Baden-Württemberg, Heidelberg: Besucher schauen auf der Pfaffengrunder Terasse in der Bahnstadt durch ein Teleskop in den Himmel.

    Foto: Uwe Anspach
  • Mondfinsternis Foto: Sebastian Kahnert
  • Mondfinsternis Foto: Sebastian Kahnert

Im Norden, Westen und Süden war die Sicht auf die beiden rötlich leuchtenden Himmelskörper vielerorts recht gut. Der Deutsche Wetterdienst meldete für diese Regionen vereinzelt Wolken. Weniger Glück hatten weite Teile Brandenburgs, Sachsen-Anhalts, Sachsens und Thüringens. Dort blickten viele auf Gewitterwolken statt auf einen sternenklaren Abendhimmel. Über Berlin hingen einige Wolken. Auch am Alpenrand war das Himmelsspektakel nicht überall zu sehen.

Hunderte Menschen verfolgten es am Strand von Norderney an der Nordsee. «Viele Hundert Menschen» zählte auch Stefan Krause von der Volkssternwarte Bonn beim Beobachten auf dem Alten Zoll am Rheinufer. «Das Wetter ist gut und es ist Wochenende», begründete er das große Interesse. Zudem sei die Mondfinsternis an einem Abend zu sehen und nicht in den Nachtstunden. Rost-rot sei der Mond, schilderte Krause.

Zu einer Mondfinsternis kommt es nur bei Vollmond - wenn Sonne, Erde und Mond auf einer Linie liegen. Der Mond taucht völlig in den Schatten ein, den die von der Sonne angestrahlte Erde in den Weltraum wirft. Einen besonders guten Blick darauf hatte Astronaut Alexander Gerst, der derzeit auf der Raumstation ISS ist. Auch die ISS war am späten Abend für kurze Zeit neben Mond und Mars am Himmel erkennbar.

Gerst twitterte am Abend ein Foto beim Kurznachrichtendienst Twitter und schrieb dazu: «Gerade ein Foto der #Mondfinsternis von der Internationalen Raumstation aus gemacht. Schwierig einzufangen. Der leichte Blaustich kommt von der Atmosphäre, kurz bevor der Mond darin «untergetaucht» ist.»

Der Mars gilt ohnehin als Roter Planet. Aber warum leuchtet auch der Mond rot? Die kurzwelligen blauen Lichtwellen der Sonnenstrahlen werden Experten zufolge vollständig in der Erdatmosphäre gestreut. Das langwellige rote Licht wird dagegen gebrochen und in Richtung Mond gelenkt.

In den sozialen Medien beschäftigte viele das Himmelsspektakel. «Ich finde den Gedanken irgendwie wunderschön, dass die ganze Welt heute gemeinsam zum Mond aufschaut», schrieb jemand bei Twitter. In Aachen sei der Mond um 22.32 Uhr gesichtet worden, lautete ein Tweet aus NRW. Dagegen hieß es wohl aus Hamburg: «Wo isn jetzt der Erdtrabant? Nichts zu sehen in Hamburg».

Viele kommentierten die Wolken am Himmel mit ironischen Sprüchen: «Ein Spektakel erster Güte. Dass ich das mal erleben darf. So viele dunkle Wolken sieht man wahrlich nicht oft am Himmel.» Oder: «Wolken, bitte geht schnell weg. Ich hab einfach keine Lust, nochmal 105.000 Jahre auf dieses Ereignis zu warten.»

 

 

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