Hilfszusagen
Deutschland will Wiederaufbau von Notre-Dame unterstützen

Der Großbrand von Notre-Dame löst europaweit Entsetzen aus - und Hilfsbereitschaft. Deutschland will die Franzosen beim Wiederaufbau der Kathedrale unterstützen - sowohl mit Geld als auch mit Fachwissen.

Dienstag, 16.04.2019, 18:30 Uhr aktualisiert: 16.04.2019, 18:32 Uhr
Ein Mitarbeiter der Feuerwehr bei den Löscharbeiten im Inneren der Kathedrale.
Ein Mitarbeiter der Feuerwehr bei den Löscharbeiten im Inneren der Kathedrale. Foto: Benoit Moser

Berlin/Paris (dpa) - Der verheerende Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame hat auch in Deutschland eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Bundeskanzlerin Angela Merkel ( CDU ) sagte den Franzosen Unterstützung beim Wiederaufbau zu.

Deutschland sei «gerne bereit», mit seiner Expertise und Erfahrung daran mitzuwirken, sagte die Kanzlerin in Berlin. «Notre-Dame ist ja nicht nur das Symbol des Christentums in Frankreich, sondern Notre-Dame ist auch unser gemeinsames europäisches Erbe, das wir miteinander teilen.»

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief die Deutschen zu Spenden auf. «Frankreich ist in dieser Stunde nicht allein», betonte Steinmeier. «Notre-Dame ist nicht nur eine französische Kirche, sie ist ein großes Erbe der europäischen Kultur.»

Mit der Initiative «NRW für Notre Dame» rief Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zu Spenden für die schwer geschädigte Kathedrale auf. Gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission ein spezielles Spendenkonto eingerichtet worden, teilte Laschet am Dienstag in Düsseldorf mit.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) machte sich ebenfalls dafür stark, dass der 850 Jahre alte Sakralbau wieder in voller Pracht erscheinen möge. Seinem französischen Amtskollegen Richard Ferrand sagte er zu, «dass auch wir Deutschen unseren Beitrag dazu leisten wollen». Außenminister Heiko Maas (SPD) ergänzte: «Freunde helfen, wo sie gebraucht werden und wo sie können.»

Ein Großfeuer hatte am Montagabend die weltberühmten Kathedrale verwüstet. Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron kündigte eine nationale Spendensammlung an, die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo stellte eine internationale Geberkonferenz in Aussicht.

In Berlin warb der Senat bereits um Spenden für die Partnerstadt Paris. «Wir wünschen uns, dass Paris, dass Frankreich diese einmalige Kathedrale schnell wieder aufbauen kann», heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) und seiner Senatskollegen Klaus Lederer (Linke) und Ramona Pop (Grüne). Ähnlich äußerte sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU): «Wenn wir einen Beitrag leisten können, ganz persönlich, ganz individuell, dann sollten wir das tun.»

NRW bot Hilfe seiner vier Dombauhütten in Aachen, Köln, Soest und Xanten an. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärte, die Dombauhütten in Regensburg, Passau und Bamberg könnten helfen. «Dort wird die mittelalterliche Steinmetz-Tradition bis heute gepflegt und kommt bei der Restaurierung der Sakralgebäude nach wie vor zum Einsatz», sagte Söder der Deutschen Presse-Agentur.

Aus Sachsen und Sachsen-Anhalt kamen ebenfalls konkrete Hilfsangebote: Die Dresdner Philharmonie will den Erlös eines Konzerts spenden, das der Notre-Dame-Organist Olivier Latry diese Woche in der sächsischen Landeshauptstadt geben soll. Die Vereinigten Domstifter Merseburg und Naumburg starteten eine Spendenaktion.

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