Hintergrund
Sri Lanka: Tropeninsel und religiös gespaltenes Land

Colombo (dpa) - Sri Lanka ist ein Inselstaat im Indischen Ozean. Die offizielle Hauptstadt mit dem Regierungssitz heißt Sri Jayewardenepura, de facto gilt aber Colombo als Hauptstadt. Das Land ist religiös gespalten.

Montag, 22.04.2019, 11:59 Uhr aktualisiert: 22.04.2019, 12:02 Uhr
Ein Blick auf den Innenraum der St.-Sebastians-Kirche nördlich von Colombo, der durch eine Explosion beschädigt wurde.
Ein Blick auf den Innenraum der St.-Sebastians-Kirche nördlich von Colombo, der durch eine Explosion beschädigt wurde. Foto: Chamila Karunarathne

Die Tropeninsel mit ihren knapp 21 Millionen Einwohnern ist mehrheitlich buddhistisch. Rund 12,6 Prozent der Bevölkerung sind Hindus, 9,7 Prozent Muslime und 7,4 Prozent Christen. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der verschiedenen Religionsgemeinschaften. Die meisten der Muslime in Sri Lanka sind nach Angaben des US-Außenministeriums Sunniten, es gebe aber auch Minderheiten von Schiiten und der Gemeinschaft der Ahmadiyya .

Seit Ende des Bürgerkriegs im Mai 2009 wurden nach Angaben des Auswärtigen Amts in Sri Lanka bis zum 21. April 2019 keine Terroranschläge mehr verübt. Militär und Polizei seien aber «weiterhin sichtbar präsent».

Im Bürgerkrieg von 1983 bis 2009 kämpften die «Befreiungstiger von Tamil Eelam» (LTTE) für einen unabhängigen tamilischen Staat im Norden der Insel. Die Tamilen sind zumeist Hindus. Die LTTE verübte im ganzen Land Selbstmordanschläge und sprengte Züge in die Luft. Die Armee bombardierte das Siedlungsgebiet der Tamilen. Schätzungen zufolge starben während des Bürgerkriegs an die 100.000 Menschen.

Die LTTE wurde unter anderem von der Europäischen Union als Terrororganisation eingestuft. Auch der staatlichen Armee werden Kriegsverbrechen vorgeworfen.

Heute ist die LTTE zerschlagen. Doch der Konflikt schwelt weiter. Etliche Tamilen suchen noch nach Angehörigen, die nach 2009 in Internierungslager der Armee kamen und seitdem verschwunden sind. Menschenrechtsorganisationen berichten von bis heute anhaltenden Entführungen, Vergewaltigungen und Folter von Tamilen durch Sicherheitskräfte.

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