Hintergrund
Der UN-Flüchtlingsbericht 2018 in Zahlen und Fakten

Genf (dpa) - Mehr als 70 Millionen Menschen waren 2018 vor Gewalt, Konflikten und Verfolgung auf der Flucht. Unter dem Begriff «Durch Gewalt Vertriebene» listet das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) drei Kategorien auf:

Mittwoch, 19.06.2019, 09:49 Uhr aktualisiert: 19.06.2019, 09:52 Uhr
Frauen und Kinder aus Venezuela überqueren die Grenze zu Brasilien.
Frauen und Kinder aus Venezuela überqueren die Grenze zu Brasilien. Foto: Marcelo Camargo

erstens im eigenen Land Vertriebene, zweitens Flüchtlinge, deren Schutzbedürftigkeit anerkannt ist und drittens Asylsuchende, über deren Status noch nicht entschieden ist. Einige Kennzahlen aus dem UN-Weltflüchtlingsbericht:

Durch Gewalt Vertriebene

Insgesamt gab es 70,8 Millionen durch Gewalt Vertriebene. Im Jahr davor waren es 68,5 Millionen, 2009 nur 43,3 Millionen Menschen. Unter den 70,8 Millionen waren 41,3 Millionen im eigenen Land vertrieben, 25,9 Millionen Flüchtlinge und 3,5 Millionen Asylsuchende.

2018 mussten 13,6 Millionen Menschen neu vor Konflikten und Verfolgung fliehen. Die Diskrepanz zwischen der Gesamtzahl 2017 und 2018 ist kleiner, weil Menschen oft mehrmals im Jahr fliehen müssen und gezählt werden. Die meisten der neu Vertriebenen waren Äthiopier, insgesamt fast 1,6 Millionen, die fast alle im eigenen Land blieben. Die zweithöchste Zahl waren Syrer mit fast 890.000. 2,8 Millionen der 13,6 Millionen neu Vertriebenen suchten im Ausland Schutz.

Rückkehrer

2,9 Millionen Vertriebene kehrten im vergangenen Jahr in ihre Heimat zurück, darunter 600.000 aus dem Ausland.

Größte Flüchtlingszahl nach Nationalität

Zweidrittel der Flüchtlinge weltweit kommen aus fünf Ländern: mit Abstand vorn liegt Syrien (6,7 Millionen), gefolgt von Afghanistan (2,7 Millionen), Südsudan (2,3 Millionen), Myanmar (1,1 Millionen) und Somalia (900.000).

Länder mit den meisten Flüchtlingen

Die Türkei führt die Liste an, mit 3,7 Millionen Menschen, gefolgt von Pakistan mit 1,4 Millionen, Uganda mit 1,2 Millionen und Sudan und Deutschland mit je 1,1 Millionen.

Größte Zahl von intern Vertriebenen

Unter den insgesamt 41,3 Millionen im eigenen Land Vertriebenen war die größte Gruppe wie seit einigen Jahren schon in Kolumbien: 7,8 Millionen Menschen, gefolgt von Syrien mit 6,2 Millionen.

Länder mit den meisten Asylsuchenden

Die USA hatten mit rund 254.000 die höchste Zahl von Asylanträgen. An zweiter Stelle stand Peru mit 193.000 Anträgen, überwiegend von Venezolanern, vor Deutschland mit 161.900 Anträgen. Deutsche Behörden erhielten nach UNHCR-Angaben 2016 noch 722.400 Asylanträge, 2017 waren es 198.300.

Asylsuchende nach Nationalität

Die mit Abstand größte Zahl der Asylsuchenden kam aus Venezuela: Mit insgesamt gut 342.000 stellten Venezolaner jeden fünften Asylantrag weltweit. An zweiter Stelle lagen Afghanen mit rund 107.000 und Syrer mit gut 106.000.

Kinder und Jugendliche

Es gab 2018 rund 111.000 minderjährige, von ihren Eltern getrennte Flüchtlinge. 27.600 Kinder und Jugendliche, die ohne Eltern oder Angehörige unterwegs waren, stellten neu Asylanträge. Die meisten neuen Anträge wurden erneut in Deutschland gestellt: 4100. Hier waren es im Jahr 2016 nach diesen Angaben 35.900 und 2017 insgesamt 9100.

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