Porträt
Sir Peter Ratcliffe: Ritter im Dienste der Wissenschaft

Oxford (dpa) - Der frisch gekürte Medizin-Nobelpreisträger Peter Ratcliffe ist ein echter «Sir». Die britische Königin Elizabeth II. verpasste dem Forscher den Ritterschlag im Jahr 2014 für seine Entdeckungen auf dem Gebiet des Sauerstoffmangels (Hypoxie).

Montag, 07.10.2019, 16:05 Uhr aktualisiert: 07.10.2019, 16:08 Uhr
Peter J. Ratcliffe, britischer Nephrologe und Professor an der University of Oxford, erhält den Nobelpreis für Medizin 2019.
Peter J. Ratcliffe, britischer Nephrologe und Professor an der University of Oxford, erhält den Nobelpreis für Medizin 2019. Foto: Paul Wilkinson

Ratcliffes Karriere ist eng mit zwei britischen Elite-Hochschulen verbunden. Er studierte an der Universität Cambridge Medizin und spezialisierte sich auf Nieren- und Bluthochdruckerkrankungen (Nephrologie). Inzwischen arbeitet er als Direktor des Target Discovery Instituts an der renommierten Universität Oxford . Außerdem ist der 65-Jährige Direktor für Klinische Forschung am Francis-Crick-Institut in London.

Dass es Ratcliffe so weit gebracht hat, verdankt er auch seinem Schuldirektor im nordenglischen Lancashire. Denn eigentlich wollte er ursprünglich in der industriellen Chemie arbeiten. Eines Tages habe aber sein Direktor im Chemie-Klassenraum gestanden und zu ihm gesagt: «Peter, ich glaube du solltest Medizin studieren», berichtete Ratcliffe in einem Interview mit der Fachzeitschrift «Cell». Seine damaligen Leistungen in Chemie bezeichnete Ratcliffe als «tolerabel».

Nicht nur den Titel «Sir» bekam Ratcliffe für seine Leistungen, sondern unter anderem auch den Louis-Jeantet-Preis für Medizin und den Albert-Lasker-Preis. Dabei scheint er auf dem Boden geblieben: Ratcliffe habe überhaupt keine Berührungsängste, sagt Christof Dame von der Berliner Charité über seinen Kollegen. «Man kann den ganz normal ansprechen.»

Die Forschung über den Sauerstoffmangel fasziniert Ratcliffe nun schon seit Jahrzehnten. «Die Hypoxie ist eine wichtige Komponente vieler Krankheiten des Menschen, darunter Krebs, Herzleiden, Schlaganfall, Gefäßkrankheiten und Blutarmut», erläuterte der Wissenschaftler einmal die Arbeit seines Teams.

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