Porträt
Michail Mischustin: Steuerexperte und Eishockeyfan

Moskau (dpa) - Politisch ist Russlands neuer Ministerpräsident Michail Mischustin bisher kaum in Erscheinung getreten. Für viele Beobachter kam seine Wahl deshalb überraschend. Der Wunschkandidat von Kremlchef Wladimir Putin trat am Donnerstag sein neues Amt an.

Donnerstag, 16.01.2020, 16:00 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 16:02 Uhr
Steuerfachmann und Hockeyfan: Michail Mischustin ist neuer Ministerpräsident Russlands.
Steuerfachmann und Hockeyfan: Michail Mischustin ist neuer Ministerpräsident Russlands. Foto: Maksim Blinov

Zehn Jahre lang stand der 53-Jährige an der Spitze der russischen Steuerbehörde und hat damit für den Staat Einnahmen eingetrieben. Er hat die Behörde modernisiert und mit einem digitalen System vorangebracht. Die Verwaltung habe sich dadurch «drastisch verbessert», hieß es danach immer wieder anerkennend.

Der promovierte Ökonom Mischustin kennt wie kein Zweiter die Verwaltung und gilt als Mann der Zahlen. Seine Doktorarbeit schrieb er über die Vermögensbesteuerung im größten Flächenland der Erde. Er war von 1999 an fünf Jahre lang Vizeminister für Steuerfragen. Danach leitete er das oberste Katasteramt des Landes und war unter anderem für die Vermessung des Riesenreiches zuständig. Er kümmerte sich auch darum, dass in Russland Sonderwirtschaftszonen eingerichtet wurden.

Bei einem Ausflug in die Privatwirtschaft leitete Mischustin zeitweise auch ein Investment-Unternehmen. Er gilt als durchsetzungsstark, aber auch als Teamplayer.

Der Finanzexperte, der seinen Doktor in Wirtschaftswissenschaften gemacht hat, wurde am 3. März 1966 in Moskau geboren - und ist damit nur etwa sechs Monate jünger als Dmitri Medwedew, der am Mittwoch als Ministerpräsident zurücktrat. Für seine «Verdienste um das Vaterland» wurde Mischustin mit einem Orden ausgezeichnet.

Privat interessiert er sich für Eishockey, eine beliebte Mannschaftssportart in Russland. Er ist auch Vorstandsmitglied im nationalen Eishockeyverband. Mischustin ist verheiratet und Vater von drei Söhnen.

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