Aus aller Welt
Auf dem DSDS-Fan-Gipfel: Nur singen dürfen sie nicht

Dienstag, 14.04.2009, 20:04 Uhr

Köln - „Bääniii“, kreischen die Mädchen an der Reling des Schiffs „Ocean Diva“. „Hol-ger, Hol-ger“, skandieren daneben die Jungs in gelben T-Shirts und feiern wie auf dem Fußballplatz.

Gegenüber am Rheinufer in Köln stehen neben dem quietschbunten Benny Kieckhäben und dem etwas dicklichen Holger Göpfert die übrigen Top-10-Kandidaten der Erfolgs-Casting-Show „ Deutschland sucht den Superstar “ (DSDS) - und winken.

Im Laufe des ersten DSDS Fan-Gipfels werden sie lächeln, Fragen beantworten und noch mehr winken. Singen werden sie nicht. „Die Kandidaten dürfen nur in den Motto-Shows singen. Es soll ja Chancengleichheit geben“, sagt Marc Feldmann, zuständiger PR-Manager für die Aktion von T-Mobile .

Weil er reden statt singen müsse, sei er auch besonders aufgeregt, stottert Kandidat Daniel Schuhmacher später beim „Fan-Talk“ unter Deck. Draußen ist schönster Frühling, der Dom zieht gemächlich vorbei. Drinnen ist es stickig. „Ist dir schlecht?“, fragt eine besorgte Mutter.

Jetzt erfährt der leidenschaftliche DSDS-Fan Marc Jentzens peinlichstes Erlebnis: Der 21-Jährige, der schon nicht mehr im Rennen um den Titel ist, absolvierte ein Rendezvous mit geöffnetem Hosenschlitz. Man weiß nun, dass Benny morgens zwei Stunden im Bad braucht. Und was der ebenfalls ausgeschiedene Holger so im Internet macht: Musikvideos angucken.

Die Fragen werden vom Moderator vorgelesen, die Fans dürfen dazu Geräusche machen: Für Daniel Schuhmacher, Dominik Büchele, Marc und Benny kreischen die kleinen Mädchen. Ist Holger an der Reihe, grölen die rund 120 Fans in ihren gelben T-Shirts. Annemarie Eilfeld wird vor allem ausgebuht. Blond und in Hot Pants spielt die 18-Jährige in diesem Jahr erfolgreich die Rolle der Zicke unter den DSDS-Kandidaten.

Mit 1500 Fans haben die Veranstalter gerechnet, rund 1400 der Karten-Gewinner sind gekommen - Teenager, Männer in den Vierzigern, junge Frauen. Eine von ihnen ist Melanie Gniesser aus Greven. Sie sei ein DSDS-Fan der ersten Stunde, erzählt die 27-Jährige: Seit 2002 verfolgt sie die Casting-Show im Fernsehen, letztens war sie als Zuschauerin bei einer Motto-Show. „In diesem Jahr bin ich zum ersten Mal live dabei - ein einmaliges Erlebnis.“

Unter den letzten fünf Kandidaten der aktuellen sechsten Staffel hat sie zwei Favoriten: „Benny und Sarah. Die beiden habens echt verdient.“ Sarah Kreuz habe die Schule abgebrochen und keinen Job. Und Benny stehe dazu, was er sei. Mit gelber Hose, Leoparden-Boxerstiefeln und viel Make-up ist Benny der diesjährige Paradiesvogel der Casting-Show.

Am Ende des Tages darf dann doch noch jemand singen: Mark Medlock, „Superstar“ der vierten DSDS-Staffel und seit zwei Jahren erfolgreich im Geschäft. Mit viel Schmelz in der Stimme gibt er eine halbe Stunde lang seine Hits zum Besten und verteilt Kusshändchen an die Fans. Hat Mark Medlock einen Thronfolger im Auge? „Ich drück denen allen die Daumen“, sagt er im Vorbeigehen. „Wie viele sinds denn noch? Fünf, oder?“

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