Aus aller Welt
Nach der kältesten Nacht kommt Schnee

Hamburg - Es war die kälteste Nacht des Jahres: Gleich mehrere Regionen in Deutschland waren am Mittwoch Anwärter auf die Bezeichnung „Kältester Ort der Nacht“. Der Bochumer Wetterdienst Meteomedia meldete am bayerischen Funtensee minus 30,5 Grad. Die kälteste Gemeinde war Haidmühle in Niederbayern mit minus 26,3 Grad. Bei den Messstationen des Deutschen Wetterdienstes in...

Mittwoch, 27.01.2010, 16:01 Uhr

Hamburg - Es war die kälteste Nacht des Jahres: Gleich mehrere Regionen in Deutschland waren am Mittwoch Anwärter auf die Bezeichnung „Kältester Ort der Nacht“. Der Bochumer Wetterdienst Meteomedia meldete am bayerischen Funtensee minus 30,5 Grad. Die kälteste Gemeinde war Haidmühle in Niederbayern mit minus 26,3 Grad. Bei den Messstationen des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach führte Bad Muskau in der Oberlausitz mit minus 24,3 Grad die Top-Ten- Liste am Mittwochmorgen an.

Die „Titelträger“ aus der Nacht zum Mittwoch dürften aber vorerst Spitzenreiter bleiben. Sturmtief „Jennifer“ aus dem Norden bringt in den nächsten Tagen Neuschnee, starken Wind und wärmere Temperaturen nach Deutschland. In Bayern soll teilweise bis zu einem Meter Schnee zusammenkommen.

Damit hat sich auch die Hoffnung der Hamburger auf ein „Alstereisvergnügen“ an diesem Wochenende zerschlagen. Das Eis ist nach Ansicht der Experten immer noch nicht dick genug für die große Party. „Oberste Priorität muss die Sicherheit haben, umso eine Großveranstaltung auf der Alster zuzulassen“, sagte Umweltsenatorin Anja Hajduk (GAL).

Viele Menschen leiden unter der Kälte. Mindestens 14 Obdachlose sind bereits in Deutschland erfroren. Im Siegerland hat ein Taxifahrer einen 83 Jahre alten Mann vor dem Kältetod gerettet. Er sollte den Mann am Dienstag von einem Altenheim abholen und nach Hause kutschieren. Da der Fahrgast nicht am vereinbarten Treffpunkt wartete, holte der Taxifahrer Hilfe. Stundenlang wurde nach dem alten Mann gesucht. Ein Polizist fand ihn schließlich - stark unterkühlt - in einem verschneiten Graben in einem Waldstück.

Auch die Schifffahrt hat weiter mit dem Eis zu kämpfen. Zwischen Wittenberge in Brandenburg und Tangermünde in Sachsen-Anhalt wurde die Elbe gesperrt, teilte die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes mit. Bereits am Dienstagabend war die Schifffahrt zwischen Geesthacht und Wittenberge eingestellt worden. Zwischen Hamburg und Geesthacht geht bereits seit dem Wochenende nichts mehr. Auf dem Main-Donau-Kanal in Franken müssen wegen der Kanalsperrung etwa acht Schiffe eine Zwangspause einlegen.

Skifahrer konnten sich dagegen über die weiße Pracht freuen. Der frostige Winter sorgte in Rheinland-Pfalz bisher für eine gute Saison. Am Erbeskopf im Hunsrück wedelten bereits rund 90 000 Skifahrer an knapp 40 Lifttagen die Hänge hinunter, sagte der Betriebsleiter der Wintersportanlage, Klaus Hepp, in Deuselbach (Kreis Bernkastel-Wittlich). Besonders gut angenommen werde der Abendbetrieb: „Die Leute kommen nach Feierabend und fahren bis zum Anschlag“, sagte Hepp.

In der Hauptstadt setzte der kalte Winter den Straßen stark zu. „Der Straßenzustand ist desolat. Überall tauchen Schlaglöcher auf“, sagte der Sprecher des ADAC Berlin-Brandenburg, Michael Pfalzgraf. Das Gesamtausmaß sei momentan noch nicht absehbar. Denn ein Großteil der Schäden entstehe erst bei Tauwetter. Durch kleine Notreparaturen und Haarrisse im Asphalt habe sich unter vielen Fahrbahnoberflächen Wasser gesammelt, das in den vergangenen Tagen zu Eis gefroren sei. „Sobald die Eisschicht taut, werden Hohlräume freigesetzt.“ Lastwagen würden dann teils riesige Schlaglöcher in die Fahrbahn reißen.

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