Vermischtes
Asteroid Lutetia: Zeuge der Geburtsstunde der Erde

Garching/Berlin (dpa) - Der Asteroid Lutetia dürfte ein Überbleibsel aus dem Material sein, aus dem einst Erde, Venus und Merkur entstanden. Zu diesem Ergebnis sind Astronomen mit neuen Beobachtungen gekommen, wie die Europäische Südsternwarte (ESO) in Garching bei München mitteilte.

Freitag, 11.11.2011, 16:11 Uhr

Lutetia entstand demnach im inneren Bereich des Sonnensystems und wurde erst später in den Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter geschleudert. Ein Team von Astronomen französischer und nordamerikanischer Universitäten hatte Lutetia detailliert untersucht und die Daten mit den Spektren von Meteoriten verglichen. Für die Analyse wurden Daten der Raumsonde Rosetta der ESA , des New Technology Telescopes der ESO und von Teleskopen der Nasa verwendet. Nur die sogenannten Enstatit-Chondriten stimmten über den gesamten Spektralbereich mit Lutetia überein.

Enstatit-Chondriten bestehen aus Material aus der Entstehungszeit des Sonnensystems. Sie sind nach derzeit gängiger Vorstellung nahe der jungen Sonne entstanden und waren eine der «Hauptzutaten» für Gesteinsplaneten wie Erde, Venus und Merkur. «Aber wie ist Lutetia aus dem inneren Sonnensystem entkommen und in den Asteroidengürtel gelangt?», wird der Erstautor der Studie, Pierre Vernazza von der ESO, zitiert.

Schätzungen zufolge seien weniger als zwei Prozent der Objekte aus dem Bereich der Erdentstehung in den Asteroidengürtel gewandert, heißt es in der Mitteilung. Der Großteil sei innerhalb weniger Millionen Jahre von den in Entstehung befindlichen jungen Planeten eingefangen worden.

Einige größere Objekte mit Durchmessern von 100 Kilometern oder mehr dürften allerdings herausgeschleudert worden sein. Sie haben nun Umlaufbahnen weiter weg von der Sonne. Auch Lutetia könnte beim Vorbeiflug an einem Gesteinsplaneten aus den inneren Bereichen herausgetrieben worden sein, vermuten die Forscher.

Ende Oktober war im Fachjournal «Science» eine Studie veröffentlicht worden, der zufolge Lutetia möglicherweise einen flüssigen Kern hat. Basis sind Daten der europäischen Raumsonde «Rosetta», die im vergangenen Jahr an Lutetia vorbeiflog. Der Asteroid hat demnach eine ungewöhnlich hohe Dichte und ist 121 Kilometer lang, 101 Kilometer hoch und 75 Kilometer breit.

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