Neue Virusvariante geht um
Norovirus in diesem Winter verstärkt aktiv

Berlin -

Das Norovirus breitet sich in diesem Winter besonders stark aus. Allein in der Woche vor Weihnachten wurden in Deutschland 5289 Erkrankungen gemeldet, wie aus einer neuen Statistik des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht.

Donnerstag, 05.01.2017, 10:01 Uhr

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Noroviren: Allein in der Woche vor Weihnachten wurden in Deutschland 5289 Erkrankungen gemeldet.
Elektronenmikroskopische Aufnahme von Noroviren: Allein in der Woche vor Weihnachten wurden in Deutschland 5289 Erkrankungen gemeldet. Foto: Gudrun Holland/RKI

In den vergangenen Jahren waren es in der Woche vor Weihnachten meist viel weniger Fälle. Das Virus löst starken Durchfall und Erbrechen aus.

Es sei nicht ungewöhnlich, dass dieser Erreger in manchen Jahren stärker auftrete als in anderen, sagte Susanne Glasmacher vom RKI . «Wir kennen das Phänomen, dass die Werte alle paar Jahre erhöht sind.» Auch im Winter 2009/2010 wurden pro Woche oft mehr als 5000 Erkrankungen gemeldet worden - aber erst im Januar und Februar.

Schon im November wurden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bundesweit insgesamt 14.519 (Datenstand 15.12.2016) gemeldet, während im gleichen Zeitraum der fünf Vorjahre zwischen 6.131 und 10.884 Erkrankungen übermittelt wurden.

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Neue Virusvariante

In diesem Winter infizieren sich laut RKI wohl auch deshalb mehr Menschen, weil eine neue Virusvariante umgehe. «Das bedeutet jedoch nicht, dass das Virus gefährlicher ist oder die Krankheit schwerer verläuft als sonst. Es kann sich nur besser vor dem Immunsystem verbergen, so dass mehr Leute erkranken», sagte Glasmacher.

Der Erreger führt zu starkem Flüssigkeitsverlust und ist deshalb vor allem für Kleinkinder, alte Menschen und geschwächte Personen gefährlich. Das hochansteckende Virus verbreitet sich vor allem in Einrichtungen wie Kindergärten und Altersheimen schnell.

Norovirus

In den Wintermonaten stecken sich besonders viele Menschen mit dem Norovirus an. Davor schützt häufiges Händewaschen, teilt die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) mit. Das Magen-Darm-Virus wird zum einen beim direkten Kontakt mit einem Erkrankten übertragen. Oder dadurch, dass derjenige Oberflächen angefasst hat, die danach auch andere anfassen: eine Computertastatur, Türklinke oder ein Wasserglas zum Beispiel. Deswegen hilft es, die Hände mehrmals täglich gründlich zu reinigen.

Zu den häufigsten Symptomen gehören Durchfall und Erbrechen. Wer sich infiziert hat, bleibt dem DGVS zufolge am besten zu Hause und vermeidet den Kontakt zu anderen - von einer pflegenden Person abgesehen. Erkrankte sollten unbedingt eigene Handtücher benutzen. Außerdem ist es sinnvoll, die Toilette, das Waschbecken, Türgriffe und auch Böden nach dem Benutzen mit Einwegtüchern zu reinigen.

Handtücher und Kleidung des Kranken sollten bei hohen Temperaturen gewaschen werden, um die Viren abzutöten. Wer eine erkrankte Person betreut, trägt am besten Einweghandschuhe und entsorgt diese mehrmals am Tag.

Da der Körper viel Flüssigkeit und Elektrolyte verliert, ist es für den Erkrankten wichtig, viel zu trinken. Die DGVS rät zu verdünnten Säften, Brühe oder gezuckertem Tee. Auch wenn die Symptome nachgelassen haben, wird das Magen-Darm-Virus noch bis zu zwei Wochen mit dem Stuhl ausgeschieden, warnen die Ärzte. Daher sollten Betroffene nicht gleich wieder arbeiten gehen, sondern mindestens zwei Tage nach Abklingen der Symptome noch zu Hause bleiben. Auch auf die Toilettenhygiene achtet man am besten weiterhin. 

Wenn sich der Allgemeinzustand eines Patienten im Verlauf der Erkrankung verschlechtert, muss ein Arzt hinzugezogen werden. Das Risiko für einen schweren Verlauf ist besonders bei Kindern unter fünf Jahren und Menschen jenseits der 70 erhöht. Bevor man einen Patienten ins Krankenhaus bringt, sei es hilfreich, dort anzurufen, rät die DGVS. Denn mit dem Norovirus infizierte Menschen werden so weit wie möglich isoliert, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

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