Zoo Osnabrück
Bärin Tips entkam wegen Montagefehlers im Gehegezaun

Osnabrück -

Drei Wochen nach dem Ausbruch der Bärin Tips aus ihrem Gehege hat der Zoo Osnabrück die Ursache für die Panne ermittelt: Ein Montagefehler im äußeren Begrenzungszaun des Geheges führte dazu, dass das Raubtier entkommen konnte.

Dienstag, 04.04.2017, 12:40 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 04.04.2017, 12:25 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 04.04.2017, 12:40 Uhr
Zoo Osnabrück : Bärin Tips entkam wegen Montagefehlers im Gehegezaun
Die Bärin Tips ist am 11.03.2017 aus ihrem Gehege im Osnabrücker Zoo ausgebrochen und daraufhin erschossen worden. Foto: dpa

Das Bären-Weibchen hatte zunächst einen 1,20 Meter hohen Elektrozaun durchbrochen und war dann durch eine 35 mal 40 Zentimeter große Klappe in den benachbarten Bereich der Silberfüchse gekommen. Dort überwand sie einen eigentlich als sicher geltenden 4 Meter hohen Stabgitterzaun. Ein einziges Element habe an diesem Zaun nicht mittig in der Halterung gesessen, sagte am Dienstag Zoodirektor Michael Böer. Der Montagefehler sei mit bloßem Auge nicht zu erkennen gewesen. „Tips hat sich zufällig genau dieses Element ausgesucht, sich mehrmals dagegen gelehnt und das Element gab nach“, sagte Böer.

Ausgebrochene Zootiere in Deutschland

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  • Die Bärendame Tips wurde am Samstag in Osnabrück nach ihrem Ausbruch erschossen. Doch nicht immer verlaufen Ausbrüche von Zootieren so dramatisch. Einige Beispiele der letzten Jahre aus deutschen Zoos:

    Foto: dpa
  • Januar 2017: Fünf Tage lang entkommt LUCHS „Findus“ seinen Verfolgern aus dem Gelsenkirchener Zoo, bis er schließlich betäubt werden kann. Seine Flucht war möglich geworden, weil ein Wassergraben zwischen seinem Gehege und den Besuchern zugefroren war.

    Foto: dpa
  • September 2016: SCHNEELEOPARD „Irbis“ entkommt im Wuppertaler Zoo aus seinem Gehege. Die rund 1000 Besucher werden in die Tierhäuser gebeten und die Eingänge gesperrt. Nach rund 30 Minuten findet eine Tierärztin den Schneeleoparden auf dem Zoogelände und betäubt ihn.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Juli 2016: Das LÖWENPÄRCHEN „Gretchen“ und „Massai“ entdeckt eine offene Tür in seinem Gehege im Wildpark Johannismühle in Brandenburg. Zu zweit erkunden die Tiere den umzäunten Außenbereich. Der Park wird sofort geräumt. Nach zwei Stunden beendet eine Tierärztin mit einem Betäubungsgewehr den Ausflug.

    Foto: dpa
  • Mai 2016: Statt im Tierpark Wittenberg ins Gehege einer Artgenossin zu tapsen, entwischt NASENBÄR „Manni“. Am Zaun bekommt er einen Stromschlag, flieht aber trotzdem quer durch die Stadt. Die Odyssee durch Wittenberg endet schließlich im Innenhof des Amtsgerichts. Ein Tierarzt kann das Tier dort betäuben.

    Foto: dpa
  • August 2015: Für ORANG-UTAN „Nieas“ endet die Flucht aus dem Duisburger Zoo tödlich. Der Affe war aus seinem Stall entwischt und gerade dabei, über den Außenzaun zu klettern, als sein Ausbruch entdeckt wird. Dem Zoo zufolge war es da schon zu spät, um ihn noch zu betäuben - er muss erschossen werden.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • März 2014: STACHELSCHWEIN „Hartmut“ entkommt wegen eines offenen Gatters mit seiner Rotte aus dem Gehege. Seine Gefährten lassen sich einfangen, doch das Tier sucht das Weite. Es wird an einer nahen Bahnstrecke von einem Zug überfahren.

    Foto: dpa (Symbolbild)

Der Zoo hatte Tips erschossen, als sie Anstalten machte, einen Mitarbeiter anzugreifen. Auch standen Zoobesucher in der Nähe. Inzwischen seien alle Gehege gefährlicher Tiere untersucht worden. Die Gitterelemente des Bären-Außenzauns wurden mit zusätzlichen Schellen gesichert, der Elektrozaun wurde verstärkt und die Klappe zum Fuchs-Areal verkleinert. Als Konsequenz aus dem Raubtier-Ausbruch will der Zoo nun auch die Evakuierungspläne verbessern und die Lautsprecheranlage erweitern.

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