Historisches Spektakel
Rasende Oster-Feuerräder im Teutoburger Wald

Das Osterritual im Teutoburger Wald gibt es schon seit Jahrhunderten. Und jedes Jahr wieder zieht der traditionelle Brauch viele Zuschauer an.

Montag, 17.04.2017, 08:04 Uhr

Lügde (dpa) - Das historische Spektakel um die rasenden Osterräder von Lügde hat am Ostersonntag wieder zahlreiche Besucher in den Teutoburger Wald gezogen.

In jahrhundertealter Tradition wurden dabei sechs 400 Kilogramm schwere und mit Stroh gestopfte Holzräder angezündet und einen Abhang hinuntergeschickt. Die rollenden Feuerräder erreichen auf ihrem Weg ins etwa 500 Meter entfernte Tal Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 60 Stundenkilometern.

Der Osterräderlauf wurde nach Angaben des sogenannten Dechenvereins, der sich als Brauchtumswächter versteht, erstmals 1743 urkundlich erwähnt, dürfte aber deutlich älter sein. Auch die Gebrüder Grimm schrieben vor rund 200 Jahren über das Osterritual im Teutoburger Wald und dokumentierten etwa 15 weitere Orte in Mitteleuropa, in denen brennende Räder von Hängen rollten. «Nur die traditionsreichen Lügder haben den uralten Brauch von damals bis heute aufrecht erhalten», sagt Dieter Stumpe, Sprecher des Dechenvereins.

Das Brauchtum wurde 2014 als «bemerkenswerte Besonderheit unter den Osterfeuerritualen» auf die Liste des nordrhein-westfälischen immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Eine Bewerbung um die Anerkennung als nationales Kulturerbe schlug zunächst fehl, soll aber mit überarbeiteten Unterlagen im Herbst wiederholt werden.

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